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Symbolbild, KI-generiert

Volkswagen Aktie: Prognose drastisch gekappt

Volkswagen rechnet 2026 nur noch mit bis zu einem Prozent Marge. Abschreibungen und Umbaukosten erhöhen den Druck auf Werke und Beschäftigte.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Rund zehn Milliarden Euro Sonderlasten
  • Operative Marge auf höchstens ein Prozent gesenkt
  • Bis zu 50.000 Stellen stehen im Raum
  • IG Metall plant über 280 Protestaktionen

Ein dramatischer Gewinneinbruch und milliardenschwere Sonderabschreibungen verschärfen die Lage bei Volkswagen. Der Wolfsburger Konzern hat seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2026 drastisch gekappt. An der Börse löste die Hiobsbotschaft deutliche Kursverluste aus: Am Freitag gaben die Vorzüge um 5,4 Prozent nach und beendeten den Handel bei 76,50 Euro.

Sonderbelastungen drücken Marge auf Rekordtief

Hinter der Revision stehen Sonderlasten in Höhe von rund 10 Milliarden Euro. Der größte Einzelposten ist eine nicht-zahlungswirksame Wertminderung auf die Tochter Porsche, an der Volkswagen 75 Prozent hält. Diese Goodwill-Abschreibung schlägt im dritten Quartal mit etwa 6 Milliarden Euro zu Buche und ist die Folge reduzierter Mittelfristannahmen bei dem Sportwagenbauer.

Zusätzlich belasten Effekte im zweiten Halbjahr das operative Konzernergebnis mit weiteren rund 2 Milliarden Euro. Hierzu zählen Neubewertungen des schwächelnden China-Geschäfts, Aufwendungen für Vorruhestandsregelungen sowie der Verkauf des Werks in Osnabrück.

In der Konsequenz erwartet das Management für das Gesamtjahr 2026 nur noch eine operative Umsatzrendite von höchstens 1 Prozent. Zuvor hatte der Vorstand eine Bandbreite von 4,0 bis 5,5 Prozent angepeilt. Die Ertragsschwäche trifft auch die Holding Porsche SE, die rund 32 Prozent an Volkswagen hält und ihre eigene Jahresprognose ebenfalls empfindlich zurücknehmen musste.

Sanierungsdruck und Debatte um 50.000 Stellen

Die erodierende Profitabilität erhöht den Handlungsdruck auf die Konzernführung. Laut Reuters bezeichnete Vorstandschef Oliver Blume die Situation in einem internen Schreiben als „mehr als kritisch“. Vor allem die Überkopfkosten des Konzerns lägen um mehr als 30 Prozent über dem Niveau wesentlicher Wettbewerber. Langfristig reiche eine operative Marge von unter 4 Prozent keineswegs aus, um die notwendigen Zukunftsinvestitionen zu stemmen.

Im Raum steht nun ein Abbau von bis zu 50.000 Arbeitsplätzen weltweit. Blume betonte, dass diese Zahl kein starres Ziel, sondern einen Indikator für den Handlungsbedarf darstelle.

Besondere Sorgen bereitet dem Management die langfristige Auslastung traditioneller Werke: Standorte wie Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm erreichen nach konzerneigenen Analysen in den 2030er-Jahren keine wettbewerbsfähige Auslastung mehr. Endgültige Entscheidungen über Werksschließungen wurden bislang allerdings nicht getroffen.

Gegenwind durch Gewerkschaft und personelle Abgänge

Die angekündigten Einschnitte stoßen auf scharfen Widerstand der Arbeitnehmerseite. Die IG Metall hat für den heutigen Montag zu einem bundesweiten Protesttag in der Automobilindustrie aufgerufen.

Unter dem Motto „Zukunft statt Kahlschlag“ sind bundesweit über 280 Aktionen geplant, darunter Protestkundgebungen vor dem Volkswagen-Motorenwerk in Chemnitz sowie eine Großdemonstration in Zwickau. Die Gewerkschaft fordert den Erhalt der 35-Stunden-Woche und verbindliche Investitionszusagen für heimische Standorte.

Zusätzliche Unruhe bringt der Abgang einer wichtigen Führungskraft. Klaus Zellmer, seit Juli 2022 Vorstandschef der Konzerntochter Skoda, wird Volkswagen verlassen. Er übernimmt spätestens im Oktober 2027 die Leitung des schwedischen Herstellers Volvo Cars.

Für die Aktionäre setzt sich damit ein schwieriges Börsenjahr fort. Seit dem Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Minus von 27 Prozent. Ob die anvisierten Sparmaßnahmen das Vertrauen der Anleger wiederherstellen können, hängt maßgeblich von den anstehenden Beratungen des Aufsichtsrats über die künftige Werksbelegung ab.

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