Europas größter Autobauer liefert Zahlen, die an die dunkelsten Stunden des Dieselskandals erinnern. Während sich der operative Gewinn im abgelaufenen Jahr nahezu halbierte und ein massiver Stellenabbau ansteht, sendet ausgerechnet der hart umkämpfte chinesische Markt ein unerwartetes Lebenszeichen. Diese gegensätzliche Entwicklung zwingt den Markt zu einer komplexen Neubewertung des DAX-Konzerns.
Porsche als Bremsklotz der Bilanz
Die finanzielle Bilanz des abgelaufenen Jahres dokumentiert tiefe Einschnitte. Mit einem operativen Ergebnis von 8,9 Milliarden Euro verzeichnete das Unternehmen ein Minus von 53 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hauptverantwortlich für diese Misere ist die sonst so margenstarke Tochter Porsche. Verzögerungen bei neuen Elektromodellen und daraus resultierende Abschreibungen ließen den operativen Gewinn der Stuttgarter um drastische 98 Prozent einbrechen. In der Folge müssen auch die Aktionäre Kürzungen hinnehmen: Die Dividende für die Vorzugspapiere sinkt um rund 17 Prozent auf 5,26 Euro.
Überraschende Wende in Fernost
Inmitten dieser schwachen Zahlen liefert das asiatische Kerngeschäft einen positiven Impuls. In den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 eroberte Volkswagen die Marktführerschaft in China zurück. Mit einem gemeinsamen Marktanteil von 13,9 Prozent ließen die Wolfsburger lokale Konkurrenten wie Geely und BYD hinter sich. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch das Auslaufen staatlicher Subventionen für Elektroautos, was traditionellen Herstellern kurzfristig in die Karten spielte. Um dieses Momentum zu nutzen, rollt der Konzern eine weitreichende Modelloffensive aus und plant bis 2027 die Einführung von 30 speziell für den chinesischen Markt entwickelten Fahrzeugen.
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Harter Sanierungskurs für die Marge
Um die Profitabilität langfristig zu sichern, greift das Management hart durch. Bis 2030 sollen über alle Konzernmarken hinweg rund 50.000 Stellen in Deutschland wegfallen, um jährliche Einsparungen von 15 Milliarden Euro zu erzielen. Erste Erfolge dieser strikten Kostendisziplin sollen sich zeitnah in der Bilanz niederschlagen. Für das laufende Jahr peilt der Vorstand eine operative Marge von 4,0 bis 5,5 Prozent an, nachdem diese zuletzt auf 2,8 Prozent abgerutscht war. An der Börse überwiegt derweil noch die Skepsis. Bei einem aktuellen Kurs von 88,98 Euro verzeichnet das Papier seit Jahresbeginn ein Minus von gut 16 Prozent und spiegelt die anhaltende Unsicherheit der Investoren wider.
Das Erreichen der anvisierten Margenziele für 2026 hängt nun unmittelbar von der konsequenten Umsetzung des Stellenabbaus und der nachhaltigen Verteidigung der neu gewonnenen Marktanteile in China ab. Gelingt es dem Management, die operativen Probleme bei Porsche zügig zu beheben und die Kosten planmäßig zu senken, bietet das aktuelle Kursniveau eine fundamentale Basis für eine Erholung.
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