Volkswagen drückt beim Konzernumbau aufs Tempo. Nur eine Woche nach der Bekanntgabe einer Chip-Allianz mit Qualcomm prüfen die Wolfsburger offenbar den Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an der Schwerdiesel-Sparte Everllence. Der potenzielle Milliarden-Erlös soll die Kassen für die Elektro-Offensive füllen, während die Aktie technisch ein interessantes Signal sendet.
Die Faktenlage:
* Möglicher Verkauf: Prüfung einer Mehrheitsabgabe der Sparte Everllence.
* Technologie: Partnerschaft mit Qualcomm für Software-Defined Vehicles.
* Termine: Auslieferungszahlen am 20. Januar, Jahreszahlen am 11. März 2026.
Strategische Neuausrichtung und Kapitalbedarf
Die Nachricht vom gestrigen Donnerstag hat Gewicht: Volkswagen erwägt, sich von der Mehrheit an Everllence zu trennen. Dieser Schritt ist Teil eines umfassenden Effizienzprogramms, mit dem der Vorstand das Portfolio bereinigen will. Das Interesse von Finanzinvestoren soll bereits vorhanden sein. Für den Konzern geht es dabei nicht nur um Verschlankung, sondern um harte Währung: Die Einnahmen werden dringend benötigt, um die hohen Investitionskosten für die Transformation zur Elektromobilität zu decken.
Parallel dazu adressiert Volkswagen seine wohl größte Baustelle: die Software. Nachdem die interne Sparte CARIAD wiederholt Zeitpläne verfehlte, holt sich der Konzern nun Hilfe von außen. Die am 8. Januar unterzeichnete Kooperation mit Qualcomm soll ab 2027 greifen. Durch die Integration des „Snapdragon Digital Chassis“ sichert sich VW leistungsfähige Chips für Infotainment und automatisiertes Fahren. Ziel ist es, die Fahrzeuge über die gesamte Lebensdauer per Update frisch zu halten – ein Standard, den Konkurrenten wie Tesla bereits gesetzt haben.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Volkswagen?
Analysten und technische Lage
Trotz der strategischen Weichenstellungen notierte die Aktie zum Handelsstart am Freitag bei rund 103 Euro. Dabei fiel der Kurs zuletzt unter wichtige Durchschnittslinien, was die charttechnische Situation eintrübte. Der Relative Strength Index (RSI) von 27,8 deutet jedoch darauf hin, dass der Titel mittlerweile als überverkauft gilt.
Fundamental erhält die Strategie Rückendeckung. Die Bank of America (BofA) bestätigte ihre Kaufempfehlung („Buy“). Die Analysten bewerten die Maßnahmen zur Portfolio-Optimierung und die technologische Öffnung offenbar positiv, auch wenn sich dies noch nicht im Aktienkurs niederschlägt.
Der kommende Realitätscheck
Für Anleger verschiebt sich der Fokus nun auf die konkrete operative Entwicklung. Bereits am kommenden Dienstag, den 20. Januar 2026, wird der Bericht zu den Auslieferungszahlen erwartet, der erste Indizien zur Nachfrage liefert. Das vollständige Bild folgt am 11. März 2026 mit den Finanzkennzahlen des vierten Quartals. Erst diese Daten werden belegen, ob die Sparmaßnahmen und die neue Offenheit bei Partnerschaften ausreichen, um im harten Wettbewerb – insbesondere in China – wieder Boden gutzumachen.
Volkswagen-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Volkswagen-Analyse vom 16. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Volkswagen-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Volkswagen-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Volkswagen: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
