Volkswagen hat die Erwartungen pulverisiert. Statt eines Cashflows nahe null meldete Europas größter Autobauer sechs Milliarden Euro für 2025 – eine Milliarde mehr als im Vorjahr. Die Börse reagierte prompt: Die Vorzugsaktie schoss am Donnerstag um 4,6 Prozent nach oben und führte den DAX an. Gleichzeitig krempelt der Konzern seine Führungsstruktur radikal um. Doch die strukturellen Probleme bleiben bestehen.
Die wichtigsten Fakten:
– Netto-Cashflow der Automobildivision: 6 Milliarden Euro (Prognose lag bei null)
– Reduktion der Vorstandspositionen um ein Drittel bis Sommer 2026
– Einsparpotenzial von 1 Milliarde Euro bis 2030 allein in der Produktion
– Überkapazitäten entsprechen zwei kompletten Werken in Deutschland
Radikaler Führungsumbau angekündigt
Parallel zur Cashflow-Überraschung verkündete Volkswagen eine tiefgreifende Neuordnung. Ein markenübergreifendes Steuerungsmodell soll künftig VW, Skoda, Seat/Cupra und die Nutzfahrzeugsparte koordinieren. Die Zentralisierung von Entwicklung, Einkauf und Fertigung auf Markengruppen-Ebene soll Synergien heben. Auf Konzernebene will sich das Management stärker auf Software und Batterietechnologie konzentrieren.
Der Sparkurs hat konkrete Auswirkungen: Bis Sommer 2026 fällt ein Drittel der Vorstandspositionen weg. CEO Oliver Blume begründete den Schritt mit zu hohen Produktionskosten in Deutschland.
E-Mobilität auf dem Rückzug
Trotz der positiven Cashflow-Zahlen fährt Volkswagen die Elektrofahrzeug-Produktion zurück. Am Standort Zwickau – dem Vorzeige-Werk für ID.3 und ID.4 – wurden Schichten reduziert, Zeitverträge nicht verlängert und Produktionslinien gestoppt. Der Konzern verfügt nach eigenen Angaben über Überkapazitäten im Umfang von zwei kompletten deutschen Werken.
Das Timing ist brisant: Batterieelektrische Fahrzeuge erreichten in der EU 2024 lediglich einen Marktanteil von 13,6 Prozent. Die erhoffte Elektro-Dynamik blieb aus, obwohl der Gesamtmarkt um 0,8 Prozent wuchs.
China-Geschäft weiter unter Druck
Das China-Geschäft bleibt ein Problemfall. Im Investorengespräch signalisierte das Management, dass die Gewinne aus den chinesischen Joint Ventures 2026 weiter sinken werden. Eine Erholung wird erst für 2027 erwartet. Das Preisumfeld bezeichnete der Konzern als „angespannt“.
Die Zahlen sprechen für sich: BYD hat Volkswagen als größte Pkw-Marke in China bereits überholt. Die Auslieferungen sanken 2024 um rund 10 Prozent auf 2,93 Millionen Fahrzeuge. Chinesische Hersteller drängen zudem mit günstigeren und technologisch fortschrittlichen Modellen nach Europa – selbst EU-Zölle konnten diese Entwicklung nicht stoppen.
Die überraschend starke Cashflow-Entwicklung verschafft Volkswagen Luft für den Umbau. Doch die strukturellen Herausforderungen – Überkapazitäten in Deutschland, schwache E-Auto-Nachfrage und der chinesische Wettbewerb – erfordern mehr als nur Effizienzsteigerungen. Der Konzern muss liefern, wenn die Restrukturierung Früchte tragen soll.
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