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Volkswagen Aktie: Marktrelevation erklärt

Volkswagen treibt die Restrukturierung mit einem möglichen Verkauf der Dieselmotoren-Tochter Everllence und neuen Tarifverträgen voran. Der nächste wichtige Meilenstein ist die Veröffentlichung des Geschäftsberichts am 10. März.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Möglicher Verkauf von Everllence mit hoher Bewertung
  • Neue Tarifabschlüsse bei PowerCo und in den USA
  • Kostenreduktionsziel von 20 Prozent bis 2028
  • Wichtiger Finanzbericht am 10. März 2026

Volkswagen treibt den Konzernumbau zum Start in den März auf mehreren Ebenen gleichzeitig voran – und das mit spürbaren finanziellen und operativen Auswirkungen. Im Mittelpunkt steht der mögliche Verkauf der Dieselmotoren-Tochter Everllence, flankiert von neuen Tarifabschlüssen in Deutschland und den USA. Was zählt für Anleger jetzt am meisten? Der nächste harte Faktencheck folgt am 10. März mit dem Geschäftsbericht 2025 und dem Ausblick für 2026.

An der Börse wirkt das Umfeld weiterhin eher zäh: Am Freitag schloss die Volkswagen-Aktie bei 100,85 Euro, seit Jahresanfang liegt sie damit rund 5% im Minus. Auffällig ist zudem der niedrige RSI von 27,8, der auf eine stark abgekühlte kurzfristige Dynamik hindeutet.

Everllence: Preisschild höher als erwartet

Der wohl wichtigste Hebel der vergangenen Tage ist der laufende Verkaufsprozess von Everllence (ehemals MAN Energy Solutions). Laut drei mit dem Vorgang vertrauten Personen liegen Gebote vor, die die Sparte mit rund 8 Milliarden Euro inklusive Schulden bewerten.

Damit läge die Bewertung über früheren Markterwartungen: Deutsche-Bank-Analysten hatten im Dezember eine Spanne von 5 bis 7 Milliarden Euro genannt. In der nächsten Bieterrunde sind demnach unter anderem Blackstone und Brookfield Asset Management, außerdem Advent, Bain Capital, EQT und CVC.

Strategisch passt der Schritt in das Ziel, die Profitabilität zu steigern und das Portfolio zu straffen. Volkswagen plant, 30 bis 40% an Everllence zu behalten. Bindende Angebote werden laut Quelle in den nächsten sechs Wochen erwartet. Operativ ist die Einheit kein Leichtgewicht: 2024 erzielte Everllence ein EBIT von 337 Millionen Euro bei 4,3 Milliarden Euro Umsatz.

Tarifabschlüsse: Mehr Planungssicherheit – trotz Sparkurs

Parallel dazu tritt heute, zum 1. März, bei der Batterietochter PowerCo ein Tarifvertrag in Kraft. Kernpunkt ist eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2030: Rund 2.000 Beschäftigte erhalten den verbindlichen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen. Zusätzlich wurde eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 5,5% vereinbart, die ab 1. April 2031 greift – aber bereits ab 1. April 2027 in den Tarifindex integriert wird und dauerhaft tabellenwirksam bleibt. Vorausgegangen waren elf Verhandlungsrunden.

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Das steht in einem Spannungsfeld zum konzernweiten Kostendruck: Volkswagen will die Kosten bis Ende 2028 um 20% senken. Das Sparprogramm betrifft alle Marken, Werksschließungen gelten nicht als ausgeschlossen. Auch operativ baut der Konzern die Batteriekompetenz weiter auf: Die Zellproduktion in Salzgitter startete im Dezember, in das Projekt flossen bislang mehr als eine Milliarde Euro.

In den USA setzt Volkswagen ebenfalls einen markanten Punkt: Im Werk Chattanooga ratifizierten UAW-Mitglieder ihren ersten Tarifvertrag mit 96% Zustimmung. Der Vertrag für rund 3.000 Beschäftigte läuft bis zum 24. Februar 2030 und umfasst unter anderem eine kumulierte Lohnerhöhung von 21,6%, Lebenshaltungskostenzulagen sowie Bonuszahlungen (inklusive 4.000 Dollar Ratifizierungsbonus).

10. März: Zahlen, Ausblick, Taktgeber

Am 10. März 2026 veröffentlicht Volkswagen den Jahres- und Konzernabschluss 2025 online. Der Halbjahresbericht ist für den 24. Juli 2026 geplant, über die Dividende für 2025 wird am 18. Juni 2026 auf der virtuellen Hauptversammlung abgestimmt.

Der Termin kommt in einem Umfeld, das vor allem in China herausfordernd bleibt. Reuters berichtete für 2024 einen Rückgang der globalen Auslieferungen um 1,4% auf 4,8 Millionen Fahrzeuge, während batterieelektrische Auslieferungen um 2,5% sanken. Besonders deutlich fiel China auf: minus 8,3% auf 2,2 Millionen Fahrzeuge. Nordamerika zeigte dagegen eine Erholung mit plus 18,4% auf über 592.000 Einheiten. Auch Preisdruck bleibt ein Thema: Audi und SAIC senken den Preis des elektrischen Audi E5 Sportback bis Ende März 2026 um rund 3.700 Euro; im Januar 2026 wurden laut Bericht 420 Fahrzeuge an Endkunden übergeben.

Unterm Strich verdichten sich die Signale: Volkswagen will gleichzeitig Portfolio vereinfachen (Everllence), Kosten senken (20%-Ziel bis 2028) und über Tarifabschlüsse Stabilität in Schlüsselbereichen schaffen. Am 10. März wird sich zeigen, wie sich dieser Umbau in den endgültigen 2025er-Zahlen niederschlägt – und wie überzeugend der Ausblick für 2026 ausfällt.

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