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Symbolbild, KI-generiert

Volkswagen Aktie: Level 3 in China ab 2027

Volkswagen bringt ab 2027 hochautomatisierte Fahrfunktionen in China. Neue Klage der SdK belastet den Konzern parallel.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Level-3-Start in China für 2027 geplant
  • Ausbau der Kooperation mit Horizon Robotics
  • SdK erhebt Klage gegen Hauptversammlungsbeschlüsse
  • VW-Aktie zeigt sich trotz Klage stabil

Der Volkswagen-Konzern baut seine technologische Präsenz im wichtigsten Absatzmarkt China massiv aus. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, sollen ab der zweiten Jahreshälfte 2027 die ersten Fahrzeuge mit hochautomatisierten Fahrfunktionen der Stufe 3 (Level 3) auf den chinesischen Markt kommen. Bei diesem Automatisierungsgrad können Fahrer auf Autobahnen unter bestimmten Bedingungen die Kontrolle vollständig an das System abgeben. Um dieses Ziel zu erreichen, vertieft Volkswagen die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Spezialisten für künstliche Intelligenz, Horizon Robotics.

Strategische Allianz für den chinesischen Markt

Kern der technologischen Offensive ist das Joint Venture Carizon, an dem Volkswagen über seine Softwaretochter Cariad 60 % der Anteile hält. Carizon erhält im Rahmen der erweiterten Kooperation Zugriff auf ein neues KI-Foundation-Modell von Horizon Robotics. Volkswagen-Chef Oliver Blume bezeichnete China in diesem Zusammenhang als Schlüssel für künftige Innovationen. Die Technologie soll insbesondere in der neuen chinesischen Fahrzeugplattform CSP sowie in der Software-Architektur CEA 2.0 zum Einsatz kommen.

Bereits vor dem Start der Level-3-Systeme plant Volkswagen für das dritte Quartal 2026 die Einführung von Funktionen der Stufe 2++ in insgesamt sieben neuen Elektrofahrzeugen in China. Während der Konzern in Europa die Level-3-Allianz mit Bosch beendet hat und Medienberichten zufolge das britische Unternehmen Wayve als neuen Partner in Erwägung zieht, bleibt die Strategie für den globalen Süden eng mit den Fortschritten in China verknüpft. In Deutschland wird die Einführung von Level-2++-Funktionen für das Modell VW ID.Every1 im Jahr 2027 erwartet.

Neue juristische Auseinandersetzung um den Dieselskandal

Parallel zu den strategischen Fortschritten sieht sich Volkswagen mit neuem rechtlichem Widerstand konfrontiert. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) hat Anfechtungs- und Nichtigkeitsklage gegen die Beschlüsse der Hauptversammlung vom 18. Juni 2026 erhoben. Die Klage richtet sich gegen die Zustimmung zu einem Deckungsvergleich mit D&O-Versicherern in Höhe von rund 277,7 Millionen Euro sowie die Bestätigung des Haftungsvergleichs mit dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn über 11,2 Millionen Euro.

Die SdK kritisiert vor dem Landgericht Hannover eine unzureichende Informationspolitik des Konzerns. Insbesondere bemängeln die Anlegervertreter fehlende Transparenz über die Vermögensverhältnisse Winterkorns sowie die genauen Grundlagen der Vergleiche. Bereits im Jahr 2021 hatte der Bundesgerichtshof (BGH) frühere Entlastungsbeschlüsse teilweise für nichtig erklärt. Volkswagen teilte unterdessen mit, von der Rechtmäßigkeit der aktuellen Beschlüsse überzeugt zu sein.

Kursentwicklung und Ausblick auf die Tochter Traton

An der Börse zeigt sich die Volkswagen-Aktie am Mittwoch stabil und notiert aktuell bei 73,12 €. Damit verzeichnet das Papier ein Plus von 0,66 % gegenüber dem Vortagesschluss, bleibt jedoch deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 109,10 €, das am 15. Dezember 2025 markiert wurde. Die langfristige Performance spiegelt die Herausforderungen der Branche wider: Seit Jahresanfang hat die Aktie -29,79 % an Wert verloren. Analysten beziffern das durchschnittliche Kursziel für die Vorzugsaktie derzeit auf 115,18 €.

Anleger blicken zudem gespannt auf den morgigen Donnerstag, wenn die Lkw-Tochter Traton ihre Ergebnisse für das zweite Quartal vorlegt. Analysten erwarten hier im Konsens einen Umsatz von etwa 11,58 Milliarden Euro und ein Ergebnis je Aktie von 1,20 Euro. Die Entwicklung der Tochtergesellschaft gilt als wichtiger Indikator für die operative Erholungsfähigkeit des Gesamtkonzerns im Nutzfahrzeugsegment.

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