Volkswagen droht im Finanzierungsgeschäft eine zusätzliche Ergebnisbelastung: Volkswagen Financial Services erwartet für 2026 mehr als 1 Mrd. Euro Sonderabschreibungen auf Leasingfahrzeuge. Wie das Handelsblatt heute berichtet, wäre das der höchste Wert seit mindestens zwei Jahrzehnten.
Neben dem schwächeren Autoabsatz belasten sinkende Restwerte das Geschäft. Für Anleger rückt damit stärker in den Mittelpunkt, zu welchen Preisen der Konzern zurückgegebene Fahrzeuge weiterverkaufen kann.
Auch Verbrenner verlieren an Wert
Der Wertverlust betrifft auch gebrauchte Benziner und Diesel. Volkswagen Financial Services plant, 2026 rund 600.000 Leasingrückläufer weiterzuverkaufen. Vier von fünf dieser Fahrzeuge sind Verbrenner. Damit trifft die Entwicklung einen großen Teil der zum Verkauf vorgesehenen Rückläufer.
Laut VWFS-Chef Anthony Bandmann belastet der Wertverlust dieser Fahrzeuge überproportional. Hohe Spritpreise fördern den Umstieg auf Elektroautos und drücken die Wiederverkaufswerte gebrauchter Diesel und Benziner. Das Finanzierungsgeschäft steht dadurch sowohl beim Absatz als auch bei der Bewertung der Fahrzeuge unter Druck.
Die Zusammensetzung der Rückläufer macht die Preisentwicklung bei Verbrennern für Volkswagen besonders wichtig. Eine Entlastung wäre zu erwarten, sofern sich deren Wiederverkaufswerte stabilisieren. Bleiben die Preise dagegen unter Druck, erschwert das die geplante Weitervermarktung.
Sparen und Reorganisation sollen gegensteuern
Bandmann will mit Einsparungen und einer Reorganisation reagieren. Auch Folgen für die Belegschaft werden erwartet. Der Gegenkurs setzt damit bei den Kosten und der Aufstellung des Geschäfts an, während die sinkenden Fahrzeugwerte von der Nachfrage auf dem Gebrauchtwagenmarkt abhängen.
Für Volkswagen spricht der angekündigte Sparkurs, sofern er die Kosten ausreichend senkt und den zusätzlichen Bewertungsdruck auffangen kann. Gegen eine schnelle Entlastung spricht der schwächere Autoabsatz, solange gleichzeitig die Restwerte nachgeben. Für die Beurteilung der Gegenmaßnahmen zählt deshalb beides: die Kostenentwicklung und der Erlös aus dem Verkauf der Leasingrückläufer.
Zusätzliche Belastung bei schwacher Ertragslage
Die Schwierigkeiten im Leasinggeschäft treffen auf eine bereits angespannte Ertragslage des Konzerns. In den ersten neun Monaten 2026 erzielte Volkswagen ein operatives Ergebnis von 71 Mio. Euro. Vor Sondereffekten waren es 8,8 Mrd. Euro.
Diese Differenz zeigt das Gewicht der Sonderbelastungen für das Konzernergebnis. Restrukturierung, die Schwäche in China, Wettbewerb und US-Zölle setzen Volkswagen zusätzlich zu. Das Leasinggeschäft erweitert damit die Aufgabenliste des Konzerns: Neben der Verbesserung des operativen Geschäfts muss Volkswagen auch die Risiken aus sinkenden Fahrzeugwerten begrenzen.
Eine nachhaltige Ergebnisverbesserung wird wahrscheinlicher, sofern die Einsparungen greifen und sich die Wiederverkaufswerte stabilisieren. Bis dahin bleibt der geplante Verkauf der Leasingrückläufer ein wichtiger Prüfstein für die Ertragskraft von Volkswagen Financial Services.
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