Betriebsratschefin Daniela Cavallo geht in die Offensive. Auf der heutigen Betriebsversammlung in Wolfsburg forderte sie den Konzernvorstand um Oliver Blume auf, Tochtergesellschaften wie Audi und Porsche an die kürzere Leine zu nehmen. „Wolfsburg muss wieder stärker Dreh- und Angelpunkt für den gesamten Konzernverbund sein“, so Cavallo. Der Kern ihrer Kritik: „Alleingänge einzelner Marken können wir uns schlicht nicht mehr leisten.“
Die deutlichen Worte kommen nicht von ungefähr. „Im Moment ist das oft Kraut und Rüben“, kritisierte sie die aktuelle Situation im Konzern. „Es mangelt an Disziplin!“ Die Konzernspitze müsse Machtworte sprechen, um „Marken-Egoismen einzufangen“. Nur so ließen sich die dringend benötigten Synergien im Konzernverbund nutzen.
Klare Absage an Werksschließungen
Parallel bekräftigte Cavallo im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur ihre Position zu möglichen Standortschließungen. „Standortschließungen und auch betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen“, stellte sie klar. Dies sei in der Tarifeinigung Ende 2024 verbindlich festgeschrieben worden. Der damals vereinbarte Plan sehe den sozialverträglichen Abbau von 35.000 Stellen bis 2030 vor – ohne betriebsbedingte Kündigungen.
Einem Pressebericht zufolge plant der Konzern zudem ein weiteres Sparprogramm mit einem Volumen von rund 60 Milliarden Euro. Cavallo räumt ein, dass dies Volkswagen in den kommenden Jahren deutlich verändern werde. Es werde Umstrukturierungen und Personalabbau geben. Zugleich arbeite der Konzern jedoch an Zukunftsthemen wie neuen Produkten und stärkeren Synergien.
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Golf bleibt Wolfsburger – als E-Auto
Erstmals präsentierte Volkswagen auf der Betriebsversammlung die Silhouette des künftigen Elektro-Golf 9. Die Produktion des aktuellen Golf 8 soll 2027 nach Mexiko verlagert werden, um in Wolfsburg Platz für den Umbau auf E-Mobilität zu schaffen. Ende des Jahrzehnts soll dann der vollelektrische Nachfolger im Stammwerk anlaufen. „Damit bleibt der Golf auch in der neunten Generation ein Wolfsburger“, so Cavallo.
Die Betriebsratschefin sieht den Automobilstandort Deutschland langfristig nicht in Gefahr. „Wir haben gute Köpfe, wir haben super Ingenieure, wir haben Tradition“, betonte sie. Voraussetzung seien jedoch bessere politische Rahmenbedingungen. Cavallo forderte wettbewerbsfähige Strompreise, einen Ausbau der Ladeinfrastruktur sowie faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber chinesischen Herstellern. „Wir brauchen eine Industriepolitik aus einem Guss und vor allen Dingen Planungssicherheit für die Zukunft.“
Noch offen ist die von Cavallo geforderte Anerkennungsprämie für alle Tarifbeschäftigten. Hintergrund ist die überraschend gute Kassenlage mit sechs Milliarden Euro Cashflow, die der Konzern im Januar meldete. Der Vorstand werde darüber erst nach der Betriebsratswahl in der kommenden Woche entscheiden. Die Volkswagen-Aktie notierte im Xetra-Handel zeitweise bei 94,94 Euro.
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