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Volkswagen Aktie: Katar blockiert Rafael-Deal für Osnabrück

Katarischer Staatsfonds erschwert Verhandlungen über Verkauf des VW-Werks Osnabrück an Rüstungskonzern Rafael. Aktie fällt auf Jahrestief.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Katar blockiert Werksverkauf an Rafael
  • Rüstungsproduktion statt T-Roc Cabrio
  • VW-Aktie fällt auf 77,24 Euro
  • Leerstandskosten ab 2027 drohen

Volkswagen sucht händeringend eine Zukunft für das Werk Osnabrück. Ein möglicher Käufer steht mit dem israelischen Rüstungskonzern Rafael bereit. Aber ein Großaktionär stellt sich quer. Die Qatar Investment Authority blockiert laut Medienberichten die Gespräche.

Rüstung statt Cabrios

Im Kern geht es um die Zeit nach 2027. Dann läuft in Osnabrück die Produktion des T-Roc Cabrio aus. Bereits jetzt fährt Volkswagen die Bänder wegen sinkender Nachfrage zurück. Rund 2.300 Beschäftigte bangen um ihre Jobs.

Die Rettung könnte aus der Verteidigungsindustrie kommen. Rafael hat laut Reuters-Informationen bereits im April eine Absichtserklärung unterzeichnet. Geplant ist die Fertigung von Komponenten für das Raketenabwehrsystem Iron Dome. Dazu zählen Lastwagen und Startplattformen. Die Abfangraketen selbst baut Rafael an anderer Stelle.

Großaktionär bremst Gespräche

Die Folge: Ein möglicher Deal stockt. Der katarische Staatsfonds hält 17 Prozent der Stimmrechte an Volkswagen. Laut übereinstimmenden Berichten erschwert die Qatar Investment Authority die Verhandlungen erheblich. Das meldete Reuters bereits Mitte Juni. Die Berliner Zeitung griff das Thema am Donnerstagabend erneut auf.

Volkswagen äußert sich nicht zu den konkreten Gerüchten. Der Konzern bestätigte lediglich allgemeine Gespräche mit der Verteidigungsindustrie. Das Werk in Osnabrück ist auf Kleinserien spezialisiert. Das macht den Standort für Spezialprojekte der Rüstungsbranche interessant.

Aktie im freien Fall

Für Aktionäre kommt die Unsicherheit zur Unzeit. Die Volkswagen Aktie schloss am Donnerstag bei 77,24 Euro. Seit Jahresanfang verlor das Papier rund 27 Prozent an Wert. Der Kurs notiert damit gefährlich nah am Jahrestief.

Dieses markierte die Aktie am 24. Juni bei 75,70 Euro. Der technische Indikator RSI steht bei 27,0 und signalisiert einen stark überverkauften Zustand. Der Abstand zur langfristigen Trendlinie bleibt massiv. Der Markt bewertet den laufenden Konzernumbau extrem defensiv.

Teurer Leerstand droht

Osnabrück ist mehr als nur ein einzelnes Werk. Der Standort steht stellvertretend für die Transformationsprobleme im Konzern. Volkswagen muss dringend Kapazitäten abbauen und Kosten im Automobilgeschäft senken. Ohne eine Lösung für das Werk drohen dem Autobauer hohe Leerstandskosten ab Mitte 2027. Diese anhaltende Unsicherheit belastet die Investitionsplanung und drückt die künftige Marge.

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