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Volkswagen Aktie: IG Metall warnt vor Streiks ab 2027

Vor dem Votum zu den Einsparungen ringt Volkswagen mit Arbeitnehmervertretern um Werke und Jobs, während die Aktie zuletzt zulegte.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aufsichtsrat berät am 4. September
  • Bis zu vier Werke gefährdet
  • Sparziel von rund 10 Milliarden Euro
  • Vorzugsaktie gewinnt 3,1 Prozent

Volkswagen steuert auf eine Machtprobe zu, bevor der Aufsichtsrat am 4. September über die Sparpläne entscheidet. IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger wirft dem Vorstand ein „Kommunikationsdesaster“ vor und lässt offen, wie lange die Belegschaft stillhält: „Die Zeichen stehen auf Konflikt“, sagte Gröger. Eine Friedenspflicht gilt nur bis Jahresende, danach seien Arbeitsniederlegungen ab 2027 möglich.

Der Konflikt entzündet sich an der Kommunikation, nicht nur an den Zahlen selbst. Nach der jüngsten Betriebsversammlung kritisierte Betriebsratschefin Cavallo, die von VW-Chef Blume genannten Eckdaten reichten nicht aus. Blume hatte einen zusätzlichen Stellenabbau von 50.000 Jobs weltweit skizziert, davon rund die Hälfte in Deutschland.

Der Betriebsrat rechnet dagegen mit bis zu 115.000 betroffenen Arbeitsplätzen, sollte es tatsächlich zu Werksschließungen kommen. Insidern zufolge, über die das Handelsblatt berichtete, gilt ein Verlust von mehr als 100.000 Jobs in Deutschland bis 2030 als unwahrscheinlich – wahrscheinlicher seien rund 75.000, zusammengesetzt aus den bereits vereinbarten 50.000 und weiteren 25.000 Stellen.

Werksschließungen als offene Flanke

Besonders heikel bleibt die Zukunft einzelner Standorte. Emden, Hannover, Neckarsulm und Zwickau gelten als Kandidaten für mögliche Schließungen, insgesamt könnten bis zu vier Werke betroffen sein.

Anders die Lage in Chemnitz: Technikvorstand Schmall lobte das dortige Motorenwerk mit rund 1.800 Beschäftigten, konkrete Zusagen blieben aber aus. Kassel mit 15.000 Mitarbeitern soll zum Zentrum für elektrische Antriebe werden, doch der Betriebsrat pocht dort auf verbindliche Garantien.

Auch das Werk in Osnabrück steht im Fokus: Dort laufen Gespräche über eine mögliche Rüstungsproduktion mit dem israelischen Unternehmen Rafael für das System Iron Dome, das Land Niedersachsen prüft eine Beteiligung von mindestens 200 Millionen Euro. Eine NDR-Umfrage mit über 21.000 Teilnehmern ergab, dass 59 Prozent eine solche Umstellung befürworten würden.

Über allem steht die komplizierte Machtstruktur des Konzerns. Porsche SE hält 53,3 Prozent der Stimmrechte, Niedersachsen 20 Prozent und Katar 17 Prozent. Nach dem VW-Gesetz benötigen wichtige Beschlüsse mehr als 80 Prozent Zustimmung – Niedersachsen kann damit faktisch blockieren.

Der Aufsichtsrat tagt am 4. September nun in voller Besetzung, nachdem Marianne Heiss das Gremium komplettiert hat. Blume argumentiert, die Overheadkosten lägen mehr als 30 Prozent über dem Wettbewerbsniveau, das Einsparziel wird mit rund 10 Milliarden Euro beziffert, verbunden mit einem Kapazitätsabbau von 500.000 Fahrzeugen.

Aktie trotz Krise mit Erholung

An der Börse zeigt sich die Lage widersprüchlich zur operativen Unruhe. Die Vorzugsaktie schloss am Freitag bei 77,04 Euro, ein Plus von 3,1 Prozent auf Tagesbasis. Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 2,8 Prozent zu Buche, auf Monatssicht von 2,5 Prozent.

Dennoch bleibt der Kurs 29 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 109,10 Euro und liegt seit Jahresbeginn 26 Prozent im Minus. Goldman Sachs hat sein Kursziel jüngst auf 88 Euro gesenkt, was trotz der Reduktion weiterhin deutliches Aufwärtspotenzial oberhalb des aktuellen Niveaus signalisiert.

Parallel zur Spardebatte treibt Volkswagen den Ausbau der Batteriezellenfertigung voran: Ab Mitte September soll in Salzgitter die Produktion anlaufen, bis Jahresende sind eine Million Zellen für rund 10.000 Elektroautos geplant. Das rund 2 Milliarden Euro teure Werk ist der erste eigene Standort dieser Art und soll die Abhängigkeit von asiatischen Zulieferern verringern – ein Lichtblick inmitten der harten Verhandlungen, die den Konzern in den kommenden Tagen prägen dürften.

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Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.