VW meldet einen Gewinneinbruch von 44 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro nach Steuern — und zahlt trotzdem eine Sonderprämie. Diese Kombination sorgt bei Aktionären für Stirnrunzeln.
Eigentlich war der Ausfall der Mai-Gewinnbeteiligung bereits beschlossene Sache. Nun hat der Vorstand eine einmalige Zahlung von 1.250 Euro für alle Tarifbeschäftigten der Volkswagen AG und der Sachsen GmbH angekündigt. Die Prämie wird mit dem Mai-Gehalt ausgezahlt — unabhängig von der regulären Ergebnisbeteiligung, auf die verzichtet worden war.
Hinter den Kulissen: Zwei Lager, ein Kompromiss
Der Einigung gingen offenbar zähe Verhandlungen voraus. Die Arbeitnehmervertretung hatte 1.500 Euro gefordert, während der Vorstand zunächst maximal 500 Euro bieten wollte. Am Ende einigte man sich auf 1.250 Euro — ein Ergebnis, das die Betriebsratsvorsitzende als fair und folgerichtig bewertet, angesichts der Leistung der Belegschaft während des laufenden Umbaus.
Marktbeobachter könnten die Zahlung als politisches Signal werten: In einem Konzern mit laufenden Stellenabbau-Programmen, sinkenden Umsätzen und wachsendem Konkurrenzdruck aus China setzt das Management offenbar auf Betriebsklima als Stabilitätsfaktor.
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Gegenwind bleibt
Der strukturelle Druck auf VW ist real. Die deutschen Automobilexporte nach China haben sich seit 2022 mehr als halbiert — von rund 30 Milliarden auf 13,6 Milliarden Euro im Jahr 2025. Gleichzeitig sind die Kfz-Einfuhren aus China in diesem Zeitraum um zwei Drittel auf 7,4 Milliarden Euro gestiegen. Laut einer EY-Analyse könnten sich Importe und Exporte bereits 2026 die Waage halten.
Auf der anderen Seite gibt es durchaus Lichtblicke. Die Kooperation mit Rivian, in die VW bis zu 5,8 Milliarden Dollar investiert, gewinnt an Konturen. Der US-Elektroautohersteller hat gerade eine milliardenschwere Partnerschaft mit Uber bekanntgegeben: Ab 2028 sollen Robotaxis auf Basis des neuen Rivian-Modells R2 exklusiv über die Uber-Plattform buchbar sein — zunächst in San Francisco und Miami, bis 2031 in bis zu 25 Städten. VW profitiert dabei als Mitentwickler der zugrunde liegenden Elektronik-Architektur.
Die Prämienentscheidung allein dürfte die VW-Aktie kaum bewegen. Der Kurs gab am Freitag leicht nach. Was Anleger stärker beschäftigt, ist die Frage, ob die Zusammenarbeit mit Rivian — und damit der Anschluss an die Robotaxi-Welt — rechtzeitig kommt, um den Rückstand gegenüber chinesischen Wettbewerbern strukturell aufzuholen.
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