Volkswagens Dieselmotorensparte Everllence könnte deutlich mehr einbringen als gedacht. Sechs Finanzinvestoren bieten in der zweiten Runde Bewertungen von rund 8 Milliarden Euro – über 30 Prozent mehr als ursprünglich kalkuliert. Am 10. März folgen die Jahreszahlen.
Bieterprozess übertrifft Erwartungen deutlich
Die vorläufigen Gebote für Everllence, ehemals MAN Energy Solutions, haben die 8-Milliarden-Euro-Marke erreicht. Das liegt klar über der anfänglichen Zielspanne von 5 bis 6 Milliarden Euro. Blackstone und Brookfield Asset Management gehören zu den Bietern, ebenso Advent International, Bain Capital, EQT und CVC Capital Partners. Auch der japanische Dieselmotorenhersteller Yanmar hat ein Angebot vorgelegt.
Bindende Angebote werden innerhalb der nächsten sechs Wochen erwartet. Volkswagen plant, 30 bis 40 Prozent am Unternehmen zu behalten. Die Sparte produziert Schiffsmotoren und Kraftwerksturbinen und erzielte 2024 Einnahmen von 4,3 Milliarden Euro bei einem EBIT von 337 Millionen Euro.
Private-Equity-Firmen sehen in Industrieunternehmen wie Everllence Stabilität – Geschäftsfelder, die kaum durch Künstliche Intelligenz bedroht werden. Ein erfolgreicher Verkauf würde Volkswagen finanziellen Spielraum verschaffen, während der Konzern mit verschärftem Wettbewerb aus China, hohen Zöllen und dem kostspieligen Übergang zur Elektromobilität kämpft.
Operative Belastungen prägen das Geschäftsjahr
In den ersten neun Monaten 2025 erwirtschaftete der Konzern Umsatzerlöse von 238,7 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis brach jedoch um 58 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro ein. Belastungen in Höhe von 4,7 Milliarden Euro resultierten aus Wertberichtigungen bei Goodwill, aktivierten Projektkosten und Aufwendungen durch die veränderte Produktplanung von Porsche. Hinzu kamen US-Einfuhrzölle und die europäische CO₂-Flottenregulierung.
Der automotive Netto-Cashflow erreichte rund 6 Milliarden Euro – eine Verbesserung von 1 Milliarde Euro gegenüber dem Vorjahr und leicht über den internen Zielen. Diese Entwicklung steht im Kontext einer Kostensenkungsinitiative, die bis 2028 eine Reduzierung der Ausgaben um 20 Prozent vorsieht.
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Elektromobilität: Trendwende in Europa
Der globale BEV-Anteil an den Auslieferungen kletterte 2025 von 8 auf 11 Prozent. In Europa wuchs das BEV-Volumen um 66 Prozent – Volkswagen hält dort nach eigenen Angaben einen Marktanteil von rund 27 Prozent bei Elektrofahrzeugen. Allerdings lieferte der Konzern insgesamt 0,5 Prozent weniger Fahrzeuge aus als 2024 – mit 8,98 Millionen Einheiten knapp unter der Neun-Millionen-Marke.
2024 waren die BEV-Verkäufe noch um 2,5 Prozent zurückgegangen. Besonders China belastete mit einem Rückgang von 8,3 Prozent auf 2,2 Millionen Fahrzeuge. In Nordamerika stiegen die Auslieferungen dagegen um 18,4 Prozent auf über 592.000 Fahrzeuge.
China-Offensive mit neuem Flaggschiff
Das Joint Venture SAIC-Volkswagen präsentierte Ende Februar das Interieur des ID. ERA 9X SUV – mit 5.207 Millimetern Länge das bisher größte SUV der Marke. Der Marktstart ist für März vorgesehen. Für 2026 plant SAIC-Volkswagen sechs neue Elektrofahrzeuge, darunter zwei Extended-Range-, drei Plug-in-Hybrid- und ein reines Batteriemodell.
Bei PowerCo erhielten rund 2.000 Mitarbeiter in Salzgitter Beschäftigungsgarantien bis Ende 2030. In den USA ratifizierte die UAW-Gewerkschaft den ersten Tarifvertrag für das Werk Chattanooga mit 96 Prozent Zustimmung – inklusive einer kumulativen Lohnerhöhung von 21,6 Prozent bis 2030.
Die kommenden Tage werden zeigen, ob die strukturellen Fortschritte auch in den Jahreszahlen sichtbar werden. Der vollständige Geschäftsbericht 2025 erscheint am 10. März, die Dividendenabstimmung folgt auf der Hauptversammlung am 18. Juni.
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