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Volkswagen Aktie: Faktenlage untersucht

Der operative Gewinn von Volkswagen halbierte sich 2025 auf 8,9 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr kündigt der Konzern eine deutliche Erholung der Marge und einen beschleunigten Stellenabbau an.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Operativer Gewinn halbiert sich auf 8,9 Milliarden Euro
  • Dividende wird um 17 Prozent gekürzt
  • Stellenabbau von 50.000 Jobs bis 2030 geplant
  • Verkauf der Verbrennersparte Everllence in Aussicht

Volkswagen hat 2025 das schwächste operative Ergebnis seit Jahren eingefahren. Der operative Gewinn halbierte sich mehr als – auf 8,9 Milliarden Euro. Doch das Management sieht 2026 als das Jahr des Comebacks. Wie realistisch ist diese Erwartung?

Der Rückgang um 53 Prozent gegenüber dem Vorjahr übertraf selbst die pessimistischsten Schätzungen: Analysten hatten im Konsens mit 9,4 Milliarden Euro gerechnet. Verantwortlich waren US-Zölle, negative Währungseffekte und Sonderkosten aus der Anpassung der Porsche-Produktstrategie. Die operative Marge fiel auf magere 2,8 Prozent. Der Umsatz blieb mit rund 322 Milliarden Euro nahezu stabil – das Ertragsproblem liegt also nicht auf der Topline.

Dividendenkürzung und massiver Stellenabbau

Für Aktionäre bedeutet das konkrete Einschnitte: Die Dividende auf Vorzugsaktien sinkt um 17 Prozent auf 5,26 Euro. Noch schwerer wiegt der beschleunigte Stellenabbau. Bis 2030 sollen in Deutschland 50.000 Arbeitsplätze wegfallen – 15.000 mehr als ursprünglich geplant. Volkswagen treibt damit die größte Restrukturierung seiner jüngeren Geschichte voran.

Belastet wird der Konzern weiterhin durch den chinesischen Markt, wo lokale Hersteller vor allem bei Elektrofahrzeugen und vernetzten Autos zunehmend Terrain gewinnen. Ein Lichtblick: In Europa konnte Volkswagen seinen Marktanteil leicht ausbauen und hält bei Elektrofahrzeugen nach eigenen Angaben einen Anteil von rund 27 Prozent – mehr als im Verbrenner-Segment.

Verkauf von Everllence befeuert Hoffnungen

Neben der operativen Erholung rückt der geplante Verkauf der Verbrennungsmotor-Tochter Everllence in den Fokus. Die vorläufigen Gebote haben bereits rund 8 Milliarden Euro erreicht – deutlich mehr als die ursprünglich angestrebten 5 bis 6 Milliarden Euro. Sechs Finanzinvestoren, darunter Blackstone, Brookfield Asset Management und Bain Capital, befinden sich noch im Rennen. Ein erfolgreicher Abschluss würde Volkswagen dringend benötigte Mittel für die Elektrotransformation freimachen.

Für 2026 peilt der Konzern eine operative Marge zwischen 4,0 und 5,5 Prozent an – eine deutliche Verbesserung, aber noch weit von früheren Niveaus entfernt. Untermauert werden soll das durch über 20 neue Modelle, rund die Hälfte davon rein elektrisch, sowie die nach Unternehmensangaben größte Produktkampagne in der China-Geschichte des Konzerns.

Die Aktie quittierte die Zahlenveröffentlichung zunächst mit einem Kursanstieg von rund 4 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt das Papier jedoch gut 14 Prozent im Minus und notiert deutlich unterhalb seines 200-Tage-Durchschnitts von 97,50 Euro. Ob der angekündigte Erholungskurs die Märkte überzeugt, wird sich am 30. April zeigen – dann legt Volkswagen den nächsten Quartalsbericht vor.

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