Volkswagen macht ernst beim Konzernumbau. Während der Kurs zum Wochenstart schwächelt, sorgen Insider-Berichte für Aufsehen: Der geplante Verkauf der Energietochter Everllence könnte deutlich mehr Geld in die Kassen spülen als bisher angenommen. Gelingt dem Autoriesen damit ein entscheidender Schritt zur Schärfung des Profils oder überwiegen die operativen Sorgen?
Milliarden-Poker um Everllence
Das „Großreinemachen“ im Wolfsburger Konzern fördert unerwartete Werte zutage. Für die ehemalige Sparte MAN Energy Solutions, jetzt Everllence, liegen laut Insidern Angebote auf dem Tisch, die das Unternehmen inklusive Schulden mit rund 8 Milliarden Euro bewerten. Das übertrifft die bisherigen Prognosen deutlich: Analysten der Deutschen Bank hatten den Wert zuletzt lediglich in einer Spanne von 5 bis 7 Milliarden Euro verortet.
Das hohe Interesse von Finanzinvestoren wie Blackstone, CVC und Brookfield hat einen simplen Grund: Schiffsmotoren und Kraftwerksturbinen gelten als stabile Geschäftsfelder, die kaum durch künstliche Intelligenz bedroht sind. Volkswagen plant, die Mehrheit abzugeben, aber als Minderheitsaktionär an Bord zu bleiben. Bindende Angebote werden in etwa sechs Wochen erwartet. Für den Konzern wäre dieser Deal liquiditätswirksam und ein Beweis dafür, dass die Portfolio-Bereinigung funktioniert.
Ruhe an der Arbeitsfront
Flankiert wird der Verkaufsprozess durch wichtige Einigungen mit der Belegschaft, die operative Ruhe garantieren sollen. Bei der Batterietochter PowerCo gilt ab sofort ein neuer Tarifvertrag, der Beschäftigungssicherung bis Ende 2030 bietet. Auch in den USA wurde ein historischer Konflikt beigelegt: Im Werk Chattanooga stimmten 96 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder dem ersten Tarifvertrag zu, der unter anderem deutliche Lohnerhöhungen vorsieht.
Diese Stabilität ist notwendig, denn das Kerngeschäft stottert. Vor allem der chinesische Markt bereitet Kopfzerbrechen: Die Auslieferungen des Konzerns in der Region sanken 2024 um 10,3 Prozent auf 3,22 Millionen Fahrzeuge. Lokale Wettbewerber setzen VW dort massiv zu.
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Kurs unter Druck
Die positiven Nachrichten zum Everllence-Verkauf konnten die Anleger heute noch nicht überzeugen. Die Aktie verlor im Tagesverlauf 2,89 Prozent und notiert nun bei 97,94 Euro. Damit rutscht das Papier weiter unter den 50-Tage-Durchschnitt von 102,67 Euro.
Marktbeobachter werten dies als Zeichen dafür, dass die strukturellen Probleme – insbesondere in China und bei der Marge – derzeit schwerer wiegen als einmalige Verkaufserlöse. Auch auf Jahressicht steht ein Minus von rund 7,7 Prozent zu Buche.
Entscheidender Termin im März
Der wahre Realitätscheck steht unmittelbar bevor. Am 10. März 2026 legt Volkswagen den Geschäftsbericht für 2025 vor. Anleger werden dann genau prüfen, wie stark die Restrukturierungskosten den Cashflow belasten und ob der Ausblick für das laufende Jahr die Hoffnung auf eine nachhaltige Wende rechtfertigt.
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