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Volkswagen Aktie: Drohende Unsicherheiten?

Der VW-Standort Zwickau steht vor einem tiefgreifenden Wandel mit Stellenabbau, während ein neues Geschäftsfeld zur Rohstoffrückgewinnung ab 2030 Perspektiven schaffen soll.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umfangreiches Kostensenkungsprogramm von 60 Milliarden Euro
  • Sozialverträglicher Abbau von 35.000 Stellen bis 2030
  • Neues Geschäftsfeld Kreislaufwirtschaft ab 2030 geplant
  • VW-Aktie notiert deutlich im Minus seit Jahresbeginn

Der VW-Standort Zwickau steht exemplarisch für die Zerreißprobe, die der Konzern gerade durchläuft: Stellenabbau und Demonstrationen auf der einen Seite, neue Geschäftsfelder auf der anderen. Wie das Werk die kommenden Jahre überstehen soll, zeichnet sich nun konkreter ab.

Sparprogramm trifft sächsische Belegschaft

Rund 8.200 Beschäftigte in Zwickau haben diese Woche die Betriebsratswahlen begonnen – begleitet von Protestkundgebungen. Die Belegschaft kämpft für eine gesicherte Zukunft der Automobilproduktion über 2030 hinaus. Der Anlass zur Sorge ist real: Laut übereinstimmenden Medienberichten plant VW ein Kostensenkungsprogramm im Volumen von 60 Milliarden Euro, mit dem Ziel, die Konzernkosten bis 2028 um 20 Prozent zu drücken. Als Haupttreiber gelten schwache Absatzzahlen in China sowie US-Zölle.

In Zwickau sind die Folgen bereits spürbar. Insgesamt 1.200 Arbeitsplätze sind zuletzt weggefallen – durch Aufhebungsverträge, altersbedingte Abgänge und ausgelaufene Befristungen. Die Produktion wurde von drei auf zwei Schichten zurückgefahren. Auf Konzernebene regelt eine Ende 2024 geschlossene Tarifvereinbarung den sozialverträglichen Abbau von 35.000 Stellen bis 2030 bundesweit, bei ausdrücklichem Ausschluss von Werkschließungen.

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Kreislaufwirtschaft als Zukunftsanker

Trotz der Einschnitte läuft eine der beiden Fertigungslinien aktuell auf Hochtouren: An dieser Linie werden Sonder- und verlängerte Spätschichten gefahren. Mittelfristig soll ein neues Geschäftsfeld die Auslastung sichern. Ab 2030 bereitet das Werk jährlich bis zu 15.000 Fahrzeuge für die Rohstoffrückgewinnung auf oder zerlegt sie – ein Kreislaufwirtschaftskonzept, das rund 1.000 Arbeitsplätze am Standort absichern soll.

Die VW-Aktie spiegelt das schwierige Umfeld wider. Mit einem Minus von knapp 16 Prozent seit Jahresbeginn notiert der Titel deutlich unter seinen gleitenden Durchschnittswerten, der RSI von 27,8 signalisiert eine überverkaufte Lage. Ob das Kreislaufwirtschaftsprojekt und das Sparprogramm langfristig Vertrauen zurückgewinnen, wird sich an den operativen Ergebnissen der kommenden Quartale ablesen lassen.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.