Während der Konzern weiter blutet, kommt aus Sachsen ein überraschend cleverer Schachzug: Die legendäre „Gläserne Manufaktur“ in Dresden wird nicht geschlossen – sondern zum Innovationscampus umgebaut. Am Samstag unterzeichneten VW, der Freistaat und die TU Dresden die Absichtserklärung. Was nach Imagepflege klingt, entpuppt sich als knallharte Kostenrechnung: Die Uni mietet große Teile der Fläche an, VW bleibt als Forschungspartner vor Ort und senkt gleichzeitig massiv die Fixkosten. Können solche Deals den angeschlagenen Riesen retten?
Die Börse reagierte jedenfalls positiv: Am Freitag schloss die Aktie bei 98,38 Euro – ein Plus von 1,23 Prozent. Doch die Frage bleibt: Reicht Kosmetik an Vorzeige-Standorten, wenn gleichzeitig 25.000 Jobs bis 2030 wegfallen sollen?
Harte Schnitte, sanfte Verpackung
Der Deal in Dresden zeigt exemplarisch, wie VW-Chef Oliver Blume den Konzern umbaut: Statt brutaler Werkschließungen setzt das Management auf scheinbar elegante Lösungen. Die Gläserne Manufaktur – einst Symbol für E-Mobilitäts-Ambitionen – wird nicht plattgemacht, sondern „transformiert“.
Die Kernpunkte der Strategie:
- Über 25.000 Stellenstreichungen bis 2030 vertraglich fixiert
- Abbau primär über Altersteilzeit und natürliche Fluktuation
- Symbolträchtige Standorte werden umfunktioniert statt geschlossen
- Nullrunde bei Entgelten für 2026 gefordert
- Generelle Absenkung des Tarifniveaus im Gespräch
Was nach sozialverträglichem Umbau aussieht, ist knallharte Sanierung. Die IG Metall sieht sich mit Forderungen konfrontiert, die vor Jahren undenkbar gewesen wären. Doch der Markt honoriert die Härte: Der Kurs liegt deutlich über dem Analysten-Kursziel von 88 Euro.
Elektro-Boom mit Beigeschmack
Während intern die Axt angelegt wird, laufen die E-Autos überraschend gut. Im Oktober explodierten die BEV-Verkäufe in Europa um 34 Prozent im Jahresvergleich. Der ID.4 landete mit 7.142 verkauften Einheiten auf Platz 4 der meistverkauften Elektroautos.
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Klingt nach Erfolg? Nur auf den ersten Blick. Denn die Konkurrenz schläft nicht: Skoda Elroq und Renault 5 greifen massiv an. Beide setzen VW im preissensiblen Volumensegment unter enormen Druck. Die steigenden Verkaufszahlen kaschieren ein fundamentales Problem: Die Margen bleiben dünn, die Konkurrenz wird schärfer.
Genau hier setzt der Dresden-Deal an. Jeder gesparte Euro an Fixkosten hilft, im brutalen Preiskampf der E-Mobilität zu überleben. Die Transformation der Gläsernen Manufaktur ist kein Nebenschauplatz – sie ist Teil des Überlebensplans.
Analysten bleiben eisig
Trotz positivem Wochenschluss warnt Bernstein Research vor Euphorie. Analyst Stephen Reitman hält an seiner neutralen Einstufung fest. Sein Urteil: „Zerfahrenes Quartal“. Das Kursziel von 88 Euro liegt deutlich unter dem aktuellen Kurs – ein klares Misstrauensvotum.
Die technische Seite zeigt sich optimistischer: Der MACD-Indikator generierte zuletzt ein Kaufsignal. Mit einem RSI von 27,8 bewegt sich die Aktie zudem im überverkauften Bereich. Kurzfristig könnte das für weitere Erholung sorgen.
Doch langfristig bleibt die Frage: Reicht der Sparkurs, um VW wieder wettbewerbsfähig zu machen? Der Dresden-Deal zeigt Willen zur Veränderung. Ob er auch Wirkung zeigt, muss sich erst noch beweisen.
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