Die Wolfsburger starten holprig ins neue Jahr. Während der DAX vom ersten Handelstag an zur Höchstform aufläuft, gerät bei Volkswagen der Motor ins Stottern. Am Montag sackte die Vorzugsaktie um 1,3 Prozent ab und war damit der größte Verlierer im deutschen Leitindex. Der Grund: Brüssel öffnet chinesischen E-Auto-Herstellern die Hintertür nach Europa – und das könnte teuer werden.
Die EU-Kommission präsentierte eine neue Leitlinie, die es in sich hat. Chinesische Autobauer können die 2024 eingeführten Zusatzzölle von bis zu 35,3 Prozent künftig umgehen – durch Mindestpreiszusagen, Investitionen in Europa oder Exportbeschränkungen. Was nach fairem Kompromiss klingt, ist für Volkswagen und Co. ein herber Rückschlag.
Citigroup-Analyst Harald Hendrikse bringt es auf den Punkt: Ein weiterer großer Sieg für die chinesischen Hersteller. Zwar könnten BMW und VW ihre in China produzierten Modelle nun günstiger in die EU verschiffen. Doch der Preis ist hoch: Der Konkurrenzkampf in Europa wird durch chinesische Marken noch härter. Weniger wettbewerbsfähige europäische Produktionskapazitäten würden weiter entwertet, warnt der Analyst.
Absturz in den Kernmärkten
Die Zahlen für 2025 liegen auf dem Tisch – und sie zeichnen ein ernüchterndes Bild. Weltweit lieferte der Konzern 8,98 Millionen Fahrzeuge aus, ein halbes Prozent weniger als im Vorjahr. Besonders bitter: In China brachen die Verkäufe um 8 Prozent auf 2,68 Millionen Fahrzeuge ein. Im vierten Quartal allein ging es sogar um 17,4 Prozent bergab auf nur noch 720.000 Einheiten.
In Nordamerika sieht es nicht besser aus. Dort sackte die Zahl der Auslieferungen um 10,4 Prozent auf 946.800 Fahrzeuge ab. Die Trump-Zölle und die gestrichene Elektroförderung hinterlassen tiefe Spuren. Marco Schubert, im Konzern für den Vertrieb verantwortlich, spricht von einer „intensiven Wettbewerbssituation“ in China und Belastungen durch Zölle in den USA.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Volkswagen?
Lichtblick Elektro – aber reicht das?
Immerhin: Bei den Elektroautos läuft es. Weltweit kletterten die BEV-Auslieferungen um 32 Prozent auf 983.100 Fahrzeuge. Der Anteil am Gesamtabsatz stieg auf 10,9 Prozent. In Europa legte VW sogar um 66 Prozent zu – allerdings von einem schwachen Vorjahreswert, als gestutzte Förderprogramme das Geschäft abgewürgt hatten.
Doch kann das dynamische E-Auto-Wachstum die massiven Rückgänge in den beiden größten Märkten China und USA kompensieren? Hendrikse bleibt skeptisch. Die neue EU-Leitlinie helfe VW nicht auf dem chinesischen Markt. Dort sei es „unvermeidbar“, dass die europäischen Hersteller weitere Marktanteile verlieren. Die genauen Konsequenzen seien erst absehbar, wenn die tatsächlichen Mindestpreise feststünden.
Die Aktie steht vor einer Richtungsentscheidung. Trotz des wackligen Jahresstarts könnte die aktuelle Konsolidierung – so die Einschätzung von Beobachtern – vielversprechend verlaufen. Doch angesichts der Belastungen aus China, den USA und nun dem EU-Zugeständnis an chinesische Wettbewerber bleibt die Frage: Reicht die Kraft für eine echte Rallye?
Volkswagen-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Volkswagen-Analyse vom 4. März liefert die Antwort:
Die neusten Volkswagen-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Volkswagen-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 4. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Volkswagen: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
