Volkswagen zündet die größte Modelloffensive der Konzerngeschichte – und das ausgerechnet dort, wo der Traditionskonzern zuletzt am stärksten unter Druck geriet. In China, dem wichtigsten Absatzmarkt, bringt VW jetzt eine komplett neue Elektronik-Architektur in Serie. 20 neue E-Modelle sollen allein 2026 folgen. Der Grund für die Eile: Während die chinesische Konkurrenz davonzieht, rutschte der einstige Marktführer im vergangenen Jahr auf Platz drei ab.
Die wichtigsten Fakten im Überblick:
- China Electronic Architecture (CEA) geht in Serie – erste Modelle bereits produziert
- 20 neue Elektrofahrzeuge für China im laufenden Jahr angekündigt, bis 2030 insgesamt 50
- VW-Absatz in China 2025 um acht Prozent eingebrochen auf unter 2,7 Millionen Fahrzeuge
- Bei E-Autos dramatischer Rückgang um 44 Prozent
- Konzernumbau soll bis 2030 eine Milliarde Euro einsparen
Neue Architektur als Gamechanger
Die China Electronic Architecture (CEA) markiert einen strategischen Wendepunkt. Gemeinsam mit der Konzerntochter Cariad und dem chinesischen Partner Xpeng entwickelte Volkswagen die zonale Elektronik-Architektur in nur 18 Monaten zur Serienreife. Die Technologie reduziert die Anzahl der Steuergeräte um rund 30 Prozent und senkt die Entwicklungskosten für neue Modelle um bis zu 50 Prozent.
Das erste Serienfahrzeug auf CEA-Basis ist bereits vom Band gelaufen: Die Elektro-Limousine VW ID.UNYX 07 ging am 31. Dezember 2025 in Produktion. Mit 4,85 Metern Länge wurde das Modell komplett in China entwickelt – ein Novum für den Wolfsburger Konzern, der damit erstmals konsequent die „In China, for China“-Strategie umsetzt.
Reaktion auf dramatische Marktverluste
Die offensive Produktstrategie ist eine direkte Antwort auf schmerzhafte Rückschläge. 2025 sank der VW-Absatz in China um acht Prozent, bei den Neuzulassungen rutschte der jahrzehntelange Spitzenreiter hinter BYD und Geely auf Platz drei. Besonders alarmierend: Im E-Segment brachen die Verkäufe um 44 Prozent ein – ausgerechnet in jenem Bereich, der in China das stärkste Wachstum verzeichnet.
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VW-China-Chef Ralf Brandstätter kündigte am 28. Januar in Berlin die Modelloffensive an. Als nächstes Fahrzeug steht der E-SUV ID.UNYX 08 bereit, der auf dem Xpeng G9 basiert. Bis 2030 sollen insgesamt 50 neue Elektromodelle speziell für den chinesischen Markt entwickelt werden.
Konzernumbau läuft parallel
Gleichzeitig strukturiert Volkswagen seine europäische Organisation grundlegend um. Seit Januar werden Produktion, technische Entwicklung und Beschaffung markenübergreifend gesteuert. Die Vorstände der Marken VW, Skoda und Seat/Cupra werden bis Sommer 2026 von je sieben auf vier Mitglieder verkleinert. Durch diese Maßnahmen will der Konzern bis 2030 rund eine Milliarde Euro einsparen.
Am 10. März 2026 legt Volkswagen den Geschäftsbericht für 2025 vor. Dann wird sich zeigen, wie stark die China-Verluste das Gesamtergebnis belasten. Die Hauptversammlung ist für den 18. Juni 2026 angesetzt – dort dürfte die Strategie für den wichtigsten Einzelmarkt im Mittelpunkt der Diskussionen stehen.
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