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Volkswagen Aktie: Bis zu 100.000 Stellen gefährdet

Volkswagen steht vor massivem Stellenabbau und Werksschließungen, während ein neuer US-Pickup das Amerika-Geschäft retten soll. Die Porsche SE erhöht den Druck auf den Konzern.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Porsche SE fordert schnelleren Konzernumbau
  • Bis zu 100.000 Stellenstreichungen geprüft
  • Neuer US-Chef Schubert übernimmt Amerika-Geschäft
  • Pickup-Projekt soll US-Marktanteil steigern

Die Volkswagen-Aktie hat den Wochenschluss mit einem Kursplus von 1,51 Prozent auf 76,42 Euro beendet. Seit Jahresbeginn steht für das Papier dennoch ein Minus von 26,63 Prozent zu Buche, und zum 52-Wochen-Hoch von 109,10 Euro aus dem Dezember fehlen fast 30 Prozent. Der Wolfsburger Autobauer steckt mitten in einer Doppelkrise: Die Großaktionärsfamilien drängen auf einen radikalen Umbau, während sich das Unternehmen zugleich neu in den USA aufstellen will.

Porsche SE fordert Tempo

Porsche SE, mit 31,9 Prozent an Volkswagen beteiligt und über 53,3 Prozent der Stimmrechte verfügend, drängt den Konzern zu schnellerem Handeln gegen die chinesische Konkurrenz. Volkswagen prüft nach eigenen Angaben den Abbau von bis zu 100.000 Stellen. Konzernchef Oliver Blume geht davon aus, dass zusätzlich zu bereits laufenden Programmen 50.000 weitere Arbeitsplätze wegfallen müssen; bis zu vier Werke gelten als gefährdet. Blume brachte die Dringlichkeit auf den Punkt: „Was uns fehlt, ist Zeit.“

Der Widerstand ist erheblich. Die IG Metall lehnt Werksschließungen ab, und auch das Land Niedersachsen, das über eine Sperrminorität von 20 Prozent verfügt, sieht die Pläne kritisch. Die Sozialpartner und die Konzernführung gelten in der Frage der harten Einschnitte als festgefahren. Für Porsche SE steht viel auf dem Spiel: Der Wert der eigenen VW-Beteiligung hängt direkt davon ab, wie überzeugend der Umbau ausfällt.

Der Druck der Holding hat auch eine finanzielle Dimension. Porsche SE meldete für das erste Halbjahr einen um 14,5 Prozent gesunkenen Gewinn von 949 Millionen Euro, unter dem Strich blieb sogar ein Nettoverlust von 2,2 Milliarden Euro stehen. Die schwächere Ertragslage der Holding erklärt, warum die Familien Porsche und Piëch nun selbst aufs Tempo drücken – ihre eigene Bilanz leidet unter der VW-Schwäche mit.

Neue US-Strategie mit Pickup-Truck

Parallel zur Restrukturierungsdebatte in Deutschland arbeitet Volkswagen an einem Neustart in den Vereinigten Staaten. Einem Bericht von Reuters zufolge soll Kjell Gruner als Chef der Amerika-Einheit abgelöst werden. Sein Nachfolger wird Marco Schubert, der zuvor den Vertrieb bei Audi verantwortete. Kernstück der neuen US-Strategie ist ein in Amerika gebauter Pickup-Truck, der noch vor Ende des Jahrzehnts auf den Markt kommen soll – mutmaßlich am Werksstandort Chattanooga, wo zuvor die Produktion des ID.4 eingestellt worden war.

Der Schritt in das Pickup-Segment ist bedeutsam: Der US-Markt für Pickup-Trucks setzt jährlich rund 200 Milliarden Dollar um. Volkswagen verkauft mit dem Amarok bereits seit 2010 einen Pickup in anderen Weltregionen, bislang aber nie in den USA. Als mögliche technische Basis werden die MEB-Plattform oder eine Kooperation mit Ford genannt, mit dem eine Partnerschaft erwogen wird. Zudem sollen ab 2028 Modelle der Marke Scout hinzukommen. Der Handlungsdruck ist groß: Der Marktanteil von Volkswagen in den USA liegt derzeit bei nur 4 Prozent, die Verkäufe waren 2025 um 13 Prozent eingebrochen. Ein Analyst äußerte sich sogar noch skeptischer und empfahl dem Konzern, sich aus dem US-Geschäft ganz zurückzuziehen.

Was die Anleger jetzt beschäftigt

Für Investoren verdichten sich damit zwei Baustellen zu einem Bild: Zuhause muss Blume mit Gewerkschaft und Landesregierung um Werksschließungen und Stellenabbau ringen, in den USA muss ein neues Führungsteam mit einem bislang unerprobten Pickup-Projekt verlorenes Terrain zurückgewinnen. Die jüngste Kurserholung von 4,77 Prozent auf Monatssicht zeigt, dass der Markt zumindest die Ankündigungsbereitschaft honoriert. Ob daraus ein nachhaltiger Trend wird, dürfte sich erst an den konkreten Entscheidungen zu Werksschließungen und am Fortschritt des US-Projekts entscheiden.

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Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

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