Die Nachrichtenlage für den größten deutschen Autobauer verschärft sich. Nach einem operativen Verlust im dritten Quartal zeigen nun auch die Absatzzahlen für das Schlussquartal 2025 deutliche Bremsspuren in den wichtigsten Märkten. Während das Geschäft in China und den USA wegbricht, könnte der Teilverkauf einer Tochtergesellschaft dem Konzern die dringend benötigte Liquidität verschaffen.
China-Geschäft unter Druck
Der globale Absatzrückgang von 4,9 Prozent auf 2,38 Millionen Fahrzeuge im vierten Quartal offenbart tiefgreifende strukturelle Probleme. Besonders schmerzhaft ist die Entwicklung in China, dem lange Zeit wichtigsten Einzelmarkt des Konzerns. Volkswagen musste seine Position als zweitgrößter Autobauer an die lokale Konkurrenz abgeben. Sowohl BYD als auch Geely haben die Wolfsburger überholt, was den Konzern auf den dritten Rang verweist.
Die regionalen Zahlen verdeutlichen die Diskrepanz zwischen den Märkten:
- China: Absatzrückgang von 17,4 Prozent.
- Nordamerika: Minus von 17,4 Prozent.
- Westeuropa: Anstieg um 5,6 Prozent.
- Mittel- und Osteuropa: Plus von 5,9 Prozent.
Strategische Lücken in den USA
In den Vereinigten Staaten brach der Absatz im Schlussquartal sogar um 20 Prozent ein. Hier rächen sich strategische Lücken im Portfolio: Während Konkurrent Toyota mit Hybridmodellen Erfolge feiert, fehlt Volkswagen dieses Segment fast vollständig.
Erschwerend kommen externe Faktoren hinzu. Einfuhrzölle belasten die Margen von Importmodellen wie dem Tiguan oder Golf erheblich. Gleichzeitig untergräbt der Wegfall von Steuervorteilen die Elektro-Strategie. Der Absatz des lokal produzierten ID.4 stürzte im vierten Quartal um 60 Prozent ab. Das Management setzt nun auf die Strategie „Wert vor Volumen“, doch der Verlust von Marktanteilen wiegt schwer.
Finanzspritze durch Everllence-Verkauf?
Um die Bilanz nach dem Verlust von 1,1 Milliarden Euro im dritten Quartal zu stärken, rückt der geplante Teilverkauf der Großdiesel-Sparte Everllence SE in den Fokus. Das Desinvestitionsprogramm nimmt Fahrt auf, und das Interesse von Finanzinvestoren ist groß.
Laut Marktberichten erwägen Konsortien um EQT, CVC Capital Partners und Advent einen Einstieg. Eine Bewertung der Mehrheitsbeteiligung von rund 6 Milliarden Euro steht im Raum. Ein erfolgreicher Abschluss würde die Liquiditätsposition signifikant verbessern und Spielraum für notwendige Investitionen in Tech-Partnerschaften wie mit Xpeng oder Horizon Robotics schaffen.
Charttechnik und Ausblick
Die fundamentalen Sorgen spiegeln sich im Aktienkurs wider. Das Papier notiert aktuell bei 102,75 Euro und hat auf Monatssicht rund 3,9 Prozent an Wert eingebüßt. Der Abstand zum 52-Wochen-Tief von 83,16 Euro ist zwar noch komfortabel, doch der RSI von 27,8 signalisiert eine technisch überverkaufte Situation.
Ob die leichte Erholung bei den globalen Elektro-Auslieferungen (+11,6 Prozent) und die Stabilisierung in Europa ausreichen, um die Schwäche in Übersee zu kompensieren, werden die detaillierten Finanzkennzahlen zeigen. Am 10. März 2026 legt Volkswagen die vollständigen Ergebnisse vor und wird beweisen müssen, ob die eingeleiteten Gegenmaßnahmen greifen.
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