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Volkswagen Aktie: 4 Prozent Minus vor Aufsichtsrat

Volkswagen plant drastischen Stellenabbau und prüft Werksschließungen in Deutschland. Die Aktie fällt deutlich und nähert sich dem Jahrestief.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Bis zu 100.000 Jobs gefährdet
  • Vier deutsche Werke besonders betroffen
  • China-Kooperation als möglicher Ausweg
  • VW-Aktie fällt um vier Prozent

Volkswagen steht vor der wohl wichtigsten Aufsichtsratssitzung seit Jahren. Am Donnerstag berät das Kontrollgremium über das „Zukunftsbild 2030″. Im Raum steht ein Abbau von bis zu 100.000 Stellen weltweit.

Die Börse reagiert bereits heute nervös. Die VW-Aktie fällt im Xetra-Handel um 4,01 Prozent auf 72,74 Euro. Damit nähert sich das Papier seinem 52-Wochen-Tief von 69,20 Euro, erreicht erst am 1. Juli. Seit Jahresbeginn hat die Aktie 31,44 Prozent verloren.

Vier Werke stehen auf der Kippe

Der Kern des Problems: Europas Autofabriken laufen im Schnitt nur zu 59 Prozent ihrer Kapazität. Volkswagen will diese Überkapazität beseitigen. Besonders gefährdet sind vier deutsche Standorte: Hannover, Emden, Zwickau und das Audi-Werk Neckarsulm.

Zwickau trifft es womöglich am härtesten. Der Konzern hat rund 1,2 Milliarden Euro in die größte E-Auto-Fabrik Deutschlands investiert. Trotzdem bangen dort 8.000 Beschäftigte um ihre Jobs. Die IG Metall hat für heute einen bundesweiten Aktionstag ausgerufen und ruft zum Protest gegen mögliche Schließungen auf.

China-Kooperation als Rettungsanker?

VDA-Präsidentin Hildegard Müller bringt eine überraschende Idee ins Spiel. Sie fordert, deutsche Werke auch für chinesische Hersteller zu öffnen. Konzernchef Oliver Blume prüft laut Berichten bereits eine CKD-Fertigung – dabei würden chinesische E-Auto-Modelle in VW-Werken lediglich endmontiert.

Das könnte die Auslastung retten. Für Werke, die in Eigenproduktion nicht mehr rentabel arbeiten, wäre das ein Ausweg. Auch für Osnabrück gibt es eine Alternative: Der Standort könnte künftig mit Rüstungskonzernen kooperieren.

Parallel zur Werksdebatte plant Volkswagen eine radikale Modellstraffung. Mehrere bekannte Baureihen sollen ohne Nachfolger auslaufen:

  • Touareg: Das Oberklasse-SUV ist nicht mehr konfigurierbar, ein Nachfolger auf Verbrenner-Basis gilt als unwahrscheinlich
  • T-Roc Cabrio: Die offene Variante des Erfolgsmodells läuft bald aus
  • ID.5 und Taigo: Beide Modelle stehen wegen kleiner Marktnischen zur Disposition
  • Golf Variant: Die Produktion wandert komplett nach Mexiko, während in Wolfsburg der ID.3 und ab 2029 der elektrische Golf 9 übernehmen

Für das Stammwerk Wolfsburg bleibt damit zumindest eine Zukunftsperspektive. Sie liegt allerdings drei Jahre in der Ferne.

Charttechnik zeigt Abwärtstrend

Die Zahlen untermauern den Abwärtstrend. Der RSI liegt bei 32,7 und nähert sich der überverkauften Zone – ein klares Kaufsignal ist das aber noch nicht. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 93,96 Euro beträgt der Abstand rund 22,58 Prozent.

Analysten sehen die Lage klar: Ohne radikale Einschnitte drohe die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber chinesischen Herstellern in den kommenden zwei bis drei Jahren massiv zu leiden. Die Entscheidung des Aufsichtsrats am Donnerstag dürfte zeigen, wie ernst es Volkswagen mit diesem Kurswechsel meint. Bestätigt das Gremium konkrete Werksschließungen, dürfte die Aktie erneut unter Druck geraten.

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