Die Aktionäre stehen hinter dem Management. An der Börse stürzt die Volkswagen-Vorzugsaktie trotzdem ab. Konzernchef Oliver Blume hat das bisherige Geschäftsmodell auf der Hauptversammlung praktisch beerdigt. Die Herausforderungen sind gewaltig.
Milliardenlasten und Jobabbau
Blume nannte klare Gründe für die Krise. Neue Zölle, harte Regulierung und die chinesische Konkurrenz belasten den Autobauer massiv. Allein in Nordamerika kosten Zolleffekte den Konzern jährlich rund fünf Milliarden Euro.
Die Folge: ein harter Sparkurs. Bis 2030 streicht Volkswagen an zehn Standorten etwa 35.000 Stellen. Bei den Töchtern Porsche und Audi fallen zehntausende weitere Arbeitsplätze weg.
Ein acht Punkte umfassender Zukunftsplan soll den Konzern nun retten. Das Management verspricht weniger Komplexität und eine bessere Steuerung. Analysten reicht das aber nicht. Sie fordern neben dem Sparen dringend neue, attraktive Automodelle.
Für 2026 rechnet Volkswagen mit einer operativen Marge von höchstens 5,5 Prozent. Erst gegen Ende des Jahrzehnts soll dieser Wert auf bis zu zehn Prozent steigen. Die Aktionäre nickten den Kurs auf der virtuellen Hauptversammlung ab. Vorstand und Aufsichtsrat erhielten fast einstimmige Entlastung.
Charttechnik sendet Warnsignale
Am Markt verpuffte die formale Einigkeit völlig. Die Vorzugsaktie schloss am Freitag bei 80,70 Euro. Das entspricht einem Wochenverlust von über neun Prozent. Seit Jahresanfang beläuft sich das Minus auf fast 24 Prozent.
Der Kurs notiert weit unter den wichtigen Durchschnittslinien. Der RSI-Wert von 29,2 signalisiert eine technisch stark überverkaufte Lage. Der Abstand zum aktuellen 52-Wochen-Tief beträgt nur noch gut zwei Prozent.
Diese Unterstützungslinie bei 79,02 Euro ist nun entscheidend. Ein nachhaltiger Rutsch darunter würde den massiven Abwärtstrend bestätigen. Hält die Marke, könnte der Markt den radikalen Zukunftsplan langsam einpreisen.
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