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Volkswagen Aktie: 25,9 Prozent Auslieferungs-Einbruch in China

Volkswagen verzeichnet weltweit sinkende Auslieferungen, vor allem in China. Der Streit um Werksschließungen belastet den Aktienkurs zusätzlich.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Weltweite Auslieferungen um 6,3 Prozent gesunken
  • China-Absatz bricht um 25,9 Prozent ein
  • Machtkampf um mögliche Werksschließungen eskaliert
  • VW-Aktie notiert nahe am Jahrestief

Der Konzern lieferte zwischen Januar und Juni weltweit 4.125.700 Fahrzeuge aus, ein Rückgang von 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Verantwortlich dafür ist vor allem der chinesische Markt: Dort brachen die Auslieferungen um 25,9 Prozent auf 973.000 Einheiten ein. Der Analyst Frank Schwope bezifferte den Rückgang in China sogar auf 37 Prozent und sprach von einem globalen Absatzminus von 9 Prozent.

Nicht überall läuft es schlecht für den Wolfsburger Konzern. In Westeuropa legten die Auslieferungen um 2,9 Prozent auf 1.748.400 Fahrzeuge zu, in Mittel- und Osteuropa stiegen sie um 7,2 Prozent. Besonders stark entwickelte sich Südamerika mit einem Plus von 8,3 Prozent auf 327.200 Einheiten. Bei den Elektrofahrzeugen kamen 438.500 Auslieferungen zusammen, ein Rückgang von 5,8 Prozent – hier zeigt sich die Kluft zwischen den Regionen besonders deutlich: Während die BEV-Auslieferungen in Europa um 8,4 Prozent zulegten, brachen sie in den USA um 68,8 Prozent und in China um 47,9 Prozent ein. Immerhin: Die BEV-Auftragseingänge in Europa liegen um 50 Prozent über dem Stand von Ende 2025, und die neue elektrische Einstiegsfamilie mit ID. Polo, Skoda Epiq und Cupra Raval kam binnen vier Wochen auf mehr als 50.000 Bestellungen.

Machtkampf um Werksschließungen

Parallel zu den Zahlen eskaliert der Streit um die Zukunft der deutschen Standorte. VW-Chef Oliver Blume erklärte gegenüber der Bild am Sonntag, es gebe „intelligentere Lösungen“ als Werksschließungen. Die Fabrikkosten in Deutschland seien im vergangenen Jahr bereits um 20 Prozent gesenkt worden. Medienberichten zufolge hatte der Aufsichtsrat ein umfassenderes Sparpaket mit 12 zu 7 Stimmen abgelehnt, das offenbar eine Schließung von vier Werken – Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm – sowie den Abbau von bis zu 100.000 Stellen vorgesehen hätte. Nach dem im Konzernplan verankerten Ziel soll die Modellpalette bis 2035 um bis zu die Hälfte gekürzt und die Produktionskapazität von 10 auf 9 Millionen Fahrzeuge pro Jahr reduziert werden. Die Optionsvielfalt soll um bis zu 75 Prozent sinken.

Der Betriebsrat kritisiert die fehlende direkte Kommunikation mit der Belegschaft scharf. In einem Kommentar der taz wird Blumes Formulierung als „dreist, nicht intelligent“ bezeichnet – als Alternativen zu Werksschließungen werden dort eine Umstellung auf Rüstungsproduktion oder die Fertigung in China entwickelter VW-Modelle diskutiert. Der Münchner Merkur sprach von einem „Machtkampf“ nach der Aufsichtsratssitzung und machte Managementfehler, nationale Standortnachteile sowie chinesische Konkurrenz für die Krise verantwortlich – zugleich verwies das Blatt darauf, dass SPD und Grüne notwendige Anpassungen aus Sorge um Wählerstimmen blockierten. Der Göttinger Soziologe Martin Kuhlmann vom SOFI warnte, die Belegschaft dürfe nicht das Gefühl bekommen, Managementfehler ausbaden zu müssen; die Situation erinnere an die Vier-Tage-Woche der 1990er Jahre, sei aber grundlegender.

Aktie nahe am Jahrestief

Die Unsicherheit um Werksschließungen, Stellenabbau und den China-Einbruch spiegelt sich deutlich im Aktienkurs wider. Volkswagen schloss am Freitag bei 71,06 Euro und verlor damit binnen sieben Tagen 6,31 Prozent, auf Monatssicht sogar 20,49 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 33,38 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sind es 23,54 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 109,10 Euro, erreicht am 15. Dezember 2025, trennen den Titel mittlerweile 35,22 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief von 69,20 Euro, das erst am 1. Juli 2026 markiert wurde, beträgt der Abstand nur noch 2,14 Prozent – die Aktie notiert also unmittelbar über ihrem Jahrestief.

Auch gegenüber den gleitenden Durchschnitten fällt der Kurs deutlich zurück: Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 83,84 Euro liegt bei minus 15,69 Prozent, zum 200-Tage-Durchschnitt von 93,68 Euro sogar bei minus 24,55 Prozent. Der Relative-Stärke-Index von 29,6 signalisiert eine überverkaufte Aktie, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität mit 32,21 Prozent die Nervosität rund um den Titel unterstreicht. Für Anleger bleibt die Gemengelage aus schwachem China-Geschäft, ungeklärter Werksfrage und politischem Streit um Standortsicherung damit vorerst der bestimmende Faktor für die Kursentwicklung.

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