Volkswagen steht massiv unter Druck. Die Aktie rutscht ungebremst in Richtung Jahrestief. Nun deuten Berichte auf einen harten Sparkurs hin. Der Konzern prüft angeblich drastische Kürzungen bei künftigen Ausgaben.
Medienberichten zufolge plant das Management einen tiefen Einschnitt. Das Investitionsbudget für die kommenden fünf Jahre soll um rund 15 Prozent schrumpfen. Damit blieben etwas mehr als 130 Milliarden Euro übrig. Volkswagen selbst schweigt zu den vertraulichen Unterlagen. Das Management verweist lediglich auf laufende Beratungen in den Gremien.
Ein solches Szenario verschärft den Spagat im Autogeschäft. Einerseits muss der Konzern dringend Kosten senken. Andererseits erfordern Elektromobilität und neue Software weiterhin Milliarden. Hinzu kommen hohe finanzielle Belastungen durch US-Zölle und die aggressive chinesische Konkurrenz. Berichte über mögliche Werksschließungen und Personalabbau heizen die Stimmung weiter an.
Schwache Zahlen erzwingen Handeln
Die jüngsten Quartalszahlen erklären den harten Kurs. Im ersten Quartal sank der Umsatz auf 75,7 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis fiel auf knapp 2,5 Milliarden Euro zurück. Der Konzern leidet unter rückläufigen Verkaufszahlen. Auch negative Wechselkurseffekte belasten die Bilanz spürbar.
Parallel dazu rückt die Lieferkette in den Fokus. Bei einem Treffen mit 130 wichtigen Lieferanten forderte VW kürzlich mehr Effizienz und Transparenz. Die Folge: Wenn das Investitionsbudget schrumpft, muss der Einkauf die Lücke schließen. Starke Partnerschaften sollen die Wettbewerbsfähigkeit sichern.
Aktie im freien Fall
Der Kapitalmarkt preist die Krise bereits ein. Am Freitag schloss die Aktie bei 74,40 Euro. Binnen 30 Tagen brach der Kurs um knapp 20 Prozent ein.
Damit notiert das Papier nur noch hauchdünn über dem Jahrestief. Der technische Indikator RSI signalisiert mit einem Wert von 23,3 eine stark überverkaufte Lage. Das liefert aber keine Garantie für eine schnelle Erholung.
Am 24. Juli legt Volkswagen den Halbjahresbericht vor. Spätestens dann erwartet der Markt klare Antworten. Das Management muss die Gerüchte um Budgetkürzungen entweder dementieren oder in eine offizielle Strategie gießen.
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