Volatus Aerospace knüpft einen Teil des Kaufpreises für AISPECO an künftige Meilensteine. Die am Mittwoch bekannt gegebene Vereinbarung sieht neben einer Gegenleistung von US$10,5 Millionen zusätzliche Zahlungen von bis zu US$2,5 Millionen vor. Für Anleger kommt es damit nicht allein auf den vereinbarten Kaufpreis an, sondern auch auf die Bedingungen weiterer Leistungen.
Kaufpreis mit unterschiedlichen Verpflichtungen
Nach Unternehmensangaben will Volatus sämtliche Anteile an AISPECO Uab übernehmen. Das Unternehmen aus Litauen entwickelt luftgestützte Sensorik und Flugmanagement-Software. Mit dem Erwerb soll Volatus seine eigene Technologie für Verteidigungsanwendungen und luftgestützte Aufklärung erweitern.
Die vereinbarte Gegenleistung besteht aus US$3,0 Millionen in bar und US$7,5 Millionen in Volatus-Aktien. Die zusätzliche erfolgsabhängige Komponente ist an Meilensteine über drei Jahre gebunden.
Diese Aufteilung ist für die Bewertung wesentlich: Die Barzahlung beansprucht Liquidität, während der Aktienanteil die bisherigen Aktionäre durch die Ausgabe weiterer Anteile verwässern kann. Die Vereinbarung verbindet damit unterschiedliche Finanzierungswege. Sie ist weder ein reiner Barkauf noch eine ausschließlich mit Aktien bezahlte Transaktion.
Zusatzzahlung ist kein fester Kaufpreisbestandteil
Die meilensteinabhängige Vergütung kann laut Volatus ebenfalls in bar oder in Aktien geleistet werden. Der genannte Höchstbetrag ist deshalb von der bereits vereinbarten Gegenleistung zu unterscheiden. Eine vollständige Auszahlung ist nicht als feststehende Verpflichtung beschrieben.
Für Anleger ergeben sich daraus zwei getrennte Betrachtungen: Zum einen zählt die Gegenleistung für den Erwerb selbst. Zum anderen hängt die spätere Belastung davon ab, ob die vereinbarten Meilensteine erreicht werden und in welcher Form Volatus die zusätzlichen Leistungen erbringt.
Der Abschluss bleibt zudem an übliche Bedingungen geknüpft. Dazu gehört die bedingte Genehmigung der TSX. Die Vereinbarung bedeutet somit noch keinen vollzogenen Eigentumsübergang.
Auftragsfortschritt liefert operativen Kontext
In der vergangenen Woche meldete Volatus außerdem den Abschluss der ersten Lieferung aus einem ISR-Trainingssystemvertrag mit einem NATO-Partner. Diese Tranche hatte einen Umfang von rund C$4,5 Millionen; der Vertrag umfasst bis zu C$9 Millionen.
Nach Unternehmensangaben begann der Kunde bereits, die Option für die zweite Tranche auszuüben. Weitere Bestellungen gingen ein. Damit stehen der geplanten Technologieübernahme Fortschritte im bestehenden Auftragsgeschäft gegenüber. Für die Einordnung des AISPECO-Kaufs bleibt entscheidend, feste Gegenleistungen, mögliche Zusatzvergütungen und den noch ausstehenden Vollzug sauber auseinanderzuhalten.
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