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Voestalpine: Milliarde-Euro-Auftrag von Airbus

Trotz Kurskorrektur von zwölf Prozent glänzt Voestalpine mit Rekordauftrag von Airbus und verbesserten Kennzahlen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Milliarden-Auftrag von Airbus erhalten
  • EBITDA steigt um 7,2 Prozent
  • Nettoverschuldung deutlich reduziert
  • Neue Dividendenpolitik ab Juli 2026

Milliarden-Auftrag von Airbus, günstigeres Regulierungsumfeld, solide Quartalszahlen — und trotzdem gibt die Aktie nach. Bei Voestalpine klaffen operative Stärke und Kursentwicklung gerade auseinander.

Der Kurs notiert aktuell bei 43,02 Euro und liegt damit rund zwölf Prozent unter dem Februarhoch von 49,10 Euro. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von gut elf Prozent. Der RSI von knapp 28 signalisiert eine überverkaufte Situation.

Luftfahrt-Großauftrag setzt Maßstab

Im April sicherte sich die High Performance Metals Division Aufträge im Luftfahrtsektor mit einem Gesamtvolumen von rund einer Milliarde Euro — verteilt auf fünf Jahre. Das ist das größte Auftragspaket in der Luftfahrt in der Unternehmensgeschichte. Ein Abkommen mit Airbus bildet den Kern: Es umfasst Hochleistungswerkstoffe, Schmiedeteile und Logistikdienstleistungen. Produziert wird an den steirischen Standorten Kapfenberg und Mürzzuschlag sowie bei der brasilianischen Tochter Villares Metals.

Regulierung und Zahlen spielen mit

Ab Juli 2026 sinken die europäischen Importquoten für Stahl um die Hälfte. Zölle außerhalb dieser Quoten verdoppeln sich auf 50 Prozent. Der seit Januar greifende EU-Grenzausgleichsmechanismus verteuert Importstahl zusätzlich um 40 bis 70 Euro pro Tonne. Für einen heimischen Produzenten wie Voestalpine ist das strukturell vorteilhaft.

Die Zahlen der ersten drei Quartale des Geschäftsjahres 2025/26 unterstreichen das. Das EBITDA stieg um 7,2 Prozent auf eine Milliarde Euro, das EBIT legte um fast 21 Prozent auf 473 Millionen Euro zu. Der freie Cashflow erreichte 345 Millionen Euro. Die Nettoverschuldung sank um mehr als ein Viertel auf 1,4 Milliarden Euro.

Für das Gesamtjahr erwartet Voestalpine ein EBITDA zwischen 1,4 und 1,55 Milliarden Euro.

Wandelanleihe und neue Dividendenpolitik

Mitte April platzierte Voestalpine eine Aufstockungstranche bestehender Wandelanleihen im Volumen von 35 Millionen Euro. Das Gesamtvolumen der bis 2028 laufenden Anleihe wächst damit auf 285 Millionen Euro. Bei einem Wandlungspreis von rund 40,49 Euro könnten bis zu sieben Millionen Aktien ausgegeben werden — knapp vier Prozent des Grundkapitals. Bezugsrechte bestehender Aktionäre sind ausgeschlossen.

Die Jahresergebnisse legt Voestalpine im Juni 2026 vor. Auf der Hauptversammlung im Juli steht dann erstmals die neue Dividendenpolitik zur Anwendung: eine Mindestausschüttung von 0,40 Euro je Aktie sowie generell 30 Prozent des Gewinns — solange das Verhältnis von Nettofinanzschulden zu EBITDA unter 2,0 bleibt.

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