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Symbolbild, KI-generiert

Voestalpine: Importquoten sinken um 47 Prozent

Der österreichische Stahlkonzern profitiert von neuen EU-Importbeschränkungen und CO₂-Abgaben, die seine grüne Transformation flankieren. Trotz US-Zölle hält das Unternehmen an seiner Jahresprognose fest.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • EU senkt zollfreie Stahlimporte und erhöht Strafzölle
  • Milliardeninvestition in emissionsarme Elektrolichtbogenöfen
  • US-Zölle belasten Ergebnis um bis zu 80 Millionen Euro
  • Aktie hat sich auf Jahressicht nahezu verdoppelt

Brüssel zieht die Mauern um den europäischen Stahlmarkt hoch. Ab Juli sinken die zollfreien Importquoten drastisch, während der neue CO₂-Grenzausgleichsmechanismus ausländisches Material spürbar verteuert. Für die heimische Industrie ist das ein massiver Schutzschild. Voestalpine nutzt diese regulatorische Flankierung aktuell für einen weitreichenden strategischen Umbau.

Seit Jahresbeginn zwingt der EU-Kohlenstoffgrenzmechanismus Importeure, CO₂-Zertifikate zu erwerben. Das verteuert eingeführten Stahl um geschätzte 40 bis 70 Euro pro Tonne. Im Sommer zieht die Europäische Union die Daumenschrauben weiter an.

Die zollfreien Importquoten sinken um fast die Hälfte auf gut 18 Millionen Tonnen jährlich. Parallel dazu verdoppeln sich die Strafzölle außerhalb dieser Freimengen auf 50 Prozent. Das drängt asiatische Wettbewerber mit laxeren Umweltstandards ins Abseits.

Milliarden-Umbau in Linz

Der österreichische Konzern hat sich rechtzeitig auf diese neue Marktordnung eingestellt. Im April schließt Voestalpine den Rohbau seiner neuen Elektrolichtbogenofen-Halle am Standort Linz ab. Es ist der Kern eines milliardenschweren Transformationsprogramms.

Ab Februar kommenden Jahres soll die neue Anlage den Betrieb aufnehmen, ein zweiter Ofen in Donawitz folgt. Weil die Öfen Schrott und flüssiges Roheisen ohne Kohle und Koks verarbeiten, senkt das Unternehmen seine Emissionen bis zum Ende des Jahrzehnts um rund ein Drittel. Dieser grüne Stahl bringt innerhalb der neuen EU-Grenzen einen handfesten Wettbewerbsvorteil.

US-Zölle und stabiles Bahngeschäft

Reibungslos verläuft das Geschäft international allerdings nicht. Verschärfte US-Importzölle treffen das Spezialrohr-Segment hart und belasten das Ergebnis voraussichtlich mit bis zu 80 Millionen Euro. Der Vorstand hält trotzdem an seiner Prognose fest. Das operative Ergebnis soll im laufenden Jahr zwischen 1,4 und 1,55 Milliarden Euro erreichen.

Ein Grund für diese Zuversicht ist das Eisenbahngeschäft. Großaufträge der Deutschen Bahn und der Schweizerischen Bundesbahnen im Wert einer halben Milliarde Euro stützen die Erträge und sichern die Auslastung.

Am Aktienmarkt wird dieser Umbau honoriert. Auf Jahressicht hat sich das Papier mit einem Plus von fast 99 Prozent praktisch verdoppelt. Aktuell notiert die Aktie bei 43,16 Euro und konsolidiert damit etwas unter ihrem im Februar erreichten 52-Wochen-Hoch. Ein RSI-Wert von 23 signalisiert dabei eine kurzfristig überverkaufte Situation, während der langfristige Aufwärtstrend intakt bleibt.

Die Belastungen aus dem US-Geschäft treffen somit auf eine robuste europäische Basis. Am 3. Juni legt Voestalpine den Geschäftsbericht für das abgelaufene Jahr 2025/26 vor. Dann liefert das Management konkrete Zahlen dazu, wie stark das margenstarke Bahngeschäft die amerikanischen Zoll-Effekte abgefedert hat.

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