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Voestalpine: EAF-Rohbau in Linz fertiggestellt

Voestalpine treibt milliardenschweres Dekarbonisierungsprojekt voran, kämpft aber mit US-Zöllen und hohen Energiekosten. Die Aktie gilt als technisch überverkauft.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Rohbau für Elektrolichtbogenofen in Linz fertig
  • US-Zölle belasten Ergebnis mit bis zu 80 Mio. Euro
  • EBITDA nach neun Monaten bei rund einer Milliarde Euro
  • Aktienkurs mit RSI von 15,9 extrem überverkauft

Im April wurde der Rohbau für die neue Elektrolichtbogenofen-Halle in Linz fertiggestellt — ein sichtbarer Fortschritt im milliardenschweren Dekarbonisierungsprogramm von Voestalpine. Der Kurs gibt derweil nach. Das ist kein Widerspruch, sondern das eigentliche Spannungsfeld dieser Aktie.

Baufortschritt im Plan, Energieinfrastruktur nicht

Das 1,5-Milliarden-Euro-Programm „greentec steel“ nimmt Gestalt an. Ab Anfang 2027 soll der erste Elektrolichtbogenofen in Linz in Betrieb gehen, ein zweiter folgt in Donawitz. Das Ziel: CO2-Emissionen bis 2029 um rund 30 Prozent senken — etwa vier Millionen Tonnen pro Jahr. Die Anlagen sollen jährlich rund 2,5 Millionen Tonnen CO2-reduzierten Stahl produzieren.

Allerdings warnte das Management öffentlich vor einem strukturellen Engpass: Strom- und Wasserstoffnetze mit ausreichender Kapazität zu wettbewerbsfähigen Preisen fehlen noch. Das ist kein kleines Risiko — die gesamte Transformation hängt daran.

Zölle belasten, Bahnaufträge stabilisieren

Auf der Ertragsseite drücken US-Importzölle auf Spezialrohre das Ergebnis um geschätzte 60 bis 80 Millionen Euro. Lokale Produktionskapazitäten in Nordamerika federn einen Teil davon ab.

In Europa dreht sich das Bild. Ab Juli 2026 gelten verschärfte EU-Handelsregeln mit Strafzöllen von bis zu 50 Prozent auf Billigimporte über den zollfreien Kontingenten — ein klarer Vorteil für europäische Produzenten wie Voestalpine. Stabilität liefert indes das Segment Railway Systems: Großaufträge der Deutschen Bahn und der Schweizerischen Bundesbahnen im Gesamtwert von rund 500 Millionen Euro stützen das Konzernergebnis.

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Zahlen solide, Aktie technisch überverkauft

Nach neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres liegt das EBITDA bei rund einer Milliarde Euro, ein Plus von etwa sieben Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Nettoverschuldung sank trotz hoher Investitionen auf 1,4 Milliarden Euro. Das Management hält am Jahresziel von 1,4 bis 1,55 Milliarden Euro EBITDA fest.

Die Aktie schloss am Freitag bei 41,54 Euro — ein Minus von 2,3 Prozent auf Tagesbasis, rund 15 Prozent unter dem Februarhoch von 49,10 Euro. Der RSI liegt bei 15,9, ein Wert, den Chartanalysten als extrem überverkauft einstufen. Auf Jahressicht hat die Aktie ihren Wert dennoch fast verdoppelt.

Den nächsten konkreten Datenpunkt liefert der vollständige Geschäftsbericht für 2025/26, der für den 3. Juni erwartet wird. Die Hauptversammlung folgt am 1. Juli — dort steht auch die Dividendenpolitik zur Diskussion, die eine Basisdividende von 0,40 Euro je Aktie und eine Ausschüttungsquote von 30 Prozent des Jahresüberschusses vorsieht.

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Diskussion zu Voestalpine

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.