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Voestalpine: CBAM-Schutz seit Januar 2026

Voestalpine präsentiert mit phreeco® eine umweltfreundliche Drahtbeschichtung und profitiert von EU-Regularien, während US-Zölle belasten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Vorstellung der phosphatfreien Beschichtung phreeco®
  • EU-Regularien als strategischer Vorteil
  • US-Zölle belasten das laufende Geschäft
  • EBITDA steigt um 7,2 Prozent

Auf der wire & Tube 2026 in Düsseldorf hat Voestalpine mehr präsentiert als ein neues Produkt. Die Sparte Wire Technology stellte phreeco® vor — eine phosphatfreie Drahtbeschichtung, die den Konzern genau dort positioniert, wo europäische Regulierung zunehmend Druck aufbaut.

Was phreeco® leistet

Die neue Beschichtung ersetzt herkömmliche Zinkphosphatsysteme bei der Kaltumformung von Drähten. Sie kommt ohne Schwermetalle, ohne Phosphat und ohne PFAS aus — also ohne jene fluorierten Chemikalien, die die EU zunehmend reguliert. Das ist kein Zufall.

Für Verarbeiter bringt phreeco® konkrete Vorteile: längere Werkzeugstandzeiten, stabilere Prozesse und weniger gefährliche Rückstände bei der Bauteilreinigung. Phosphorinduzierte Versprödung entfällt. Die Folge: weniger Ausschuss, weniger Entsorgungsaufwand.

Neben phreeco® präsentierte Voestalpine auf der Messe auch den geplanten Übergang zur Elektrolichtbogenofen-Produktion. Ab kommendem Jahr soll dieser Schritt den CO₂-Fußabdruck der Kunden messbar senken.

Europäischer Rückenwind, amerikanischer Gegenwind

Das regulatorische Umfeld spielt Voestalpine in die Hände. Seit Januar 2026 müssen Stahlimporteure im Rahmen des Carbon Border Adjustment Mechanisms CO₂-Zertifikate zu europäischen Preisen kaufen — das entspricht rund 40 bis 70 Euro Mehrkosten pro Tonne. Ab Juli 2026 kommen schärfere Importquoten und Zölle von bis zu 50 Prozent auf außerquotale Lieferungen hinzu.

Als emissionsarmer Produzent mit laufendem Dekarbonisierungsprogramm profitiert Voestalpine davon strukturell.

Anders sieht es in den USA aus. Die seit März 2025 geltenden Stahl- und Aluminiumzölle belasten das laufende Geschäftsjahr mit einem negativen Ergebniseffekt im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Besonders die Sparte Tubulars leidet — US-Zölle von bis zu 50 Prozent auf Spezialrohre treffen dort auf niedrige Ölpreise.

Zahlen, Kurs, Ausblick

Operativ steht Voestalpine solide da. In den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2025/26 stieg das EBITDA um 7,2 Prozent auf eine Milliarde Euro. Das EBIT legte um knapp 21 Prozent auf 473 Millionen Euro zu. Trotz hoher Investitionen in das greentec-steel-Programm sank die Nettoverschuldung auf 1,4 Milliarden Euro — ein Rückgang von mehr als einem Viertel gegenüber dem Vorjahr.

Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern ein EBITDA zwischen 1,4 und 1,55 Milliarden Euro. Die Aktie notiert bei 43,06 Euro — rund zwölf Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch, aber mehr als 90 Prozent über dem Jahrestief vom Sommer 2025. Der RSI von knapp 16 signalisiert eine stark überverkaufte technische Lage.

Den nächsten Datenpunkt liefert Voestalpine am 3. Juni 2026 mit dem vollständigen Geschäftsbericht. Die Hauptversammlung folgt am 1. Juli.

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