Starke Technologie, schwache Kurse. Bei Voestalpine klaffen Realität und Marktstimmung aktuell weit auseinander. Der Stahlkonzern treibt den Wandel zum Softwareanbieter massiv voran. An der Börse erntet das Unternehmen dafür momentan nur Kursverluste.
Predictive Maintenance als Wachstumstreiber
Die Tochtergesellschaft voestalpine Railway Systems rollt ihre digitale Plattform „zentrak“ weltweit aus. Das Ziel: Bahnbetreiber sollen ihre Schienennetze vorausschauend warten. Kunden überwachen ihre Anlagen mit dem System in Echtzeit.
Als technische Basis dienen digitale Zwillinge der physischen Infrastruktur. Die Software analysiert Sensordaten von intelligenten Weichen. So erkennen Bahnbetreiber Probleme frühzeitig. Das senkt die Lebenszykluskosten enorm. Zusätzlich steigt die Zuverlässigkeit der Netze spürbar.
Margenstarkes Service-Geschäft
Das europäische Industrieumfeld bleibt schwierig. Konkurrenten wie Thyssenkrupp planen Abspaltungen. Die deutsche Autoindustrie streicht massiv Stellen. Voestalpine wählt einen anderen Weg. Der Konzern diversifiziert gezielt in den Hochtechnologie-Sektor.
Die Digitalisierung der Schiene gilt als robuster Wachstumsmarkt. Weltweit müssen Bahnbetreiber ihre Kapazitäten erhöhen. Teure Neubauten sind oft keine Option. Hier liefert „zentrak“ den Hebel für margenstarke Service-Umsätze. Dieses Geschäft federt die starken Schwankungen der klassischen Stahlproduktion ab.
Aktie nähert sich der überverkauften Zone
An der Börse spiegelt sich diese Entwicklung noch nicht wider. Am Montag schloss das Papier bei 41,06 Euro. Auf Monatssicht verbucht die Aktie damit ein Minus von rund elf Prozent. Seit Jahresbeginn steht immerhin noch ein Plus von 6,21 Prozent auf der Kurstafel.
Charttechnisch wird die Lage nun spannend. Der Relative-Stärke-Index notiert bei 34,4. Damit bewegt sich der Titel nah an der überverkauften Zone. Parallel wächst der Abstand zur 50-Tage-Linie von 44,93 Euro deutlich an.
Eine wichtige Unterstützung rückt direkt in den Fokus. Die Aktie notiert nur noch gut drei Prozent über der 200-Tage-Linie bei 39,81 Euro. Hält diese langfristige Unterstützung, bietet sich Raum für eine technische Gegenbewegung. Bricht der Kurs auf Schlusskursbasis darunter ein, trübt sich das Chartbild weiter ein.
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