Strafzölle der USA kosten den österreichischen Stahlkonzern Voestalpine jährlich bis zu 70 Millionen Euro. Gleichzeitig profitiert das Unternehmen von den neuen EU-Klimaschutzregeln für Importeure. Dieser handelspolitische Spagat spiegelt sich in den jüngsten Zahlen wider, die eine überraschend robuste Ertragsentwicklung offenbaren.
Obwohl der Umsatz in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2025/26 um 5,1 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro sank, kletterte das Ergebnis nach Steuern um gut ein Viertel auf 259 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (EBITDA) legte um 7,2 Prozent zu. Der Markt honoriert diesen operativen Erfolg, was die Aktie bei einem aktuellen Kurs von 39,20 Euro stützt und eine beachtliche Performance von über 51 Prozent auf Sicht von zwölf Monaten untermauert. Der Gewinnanstieg gelang trotz der im Vorjahr verdoppelten US-Stahlzölle, die insbesondere das Geschäft mit Nahtlosrohren für die Öl- und Gasindustrie spürbar belasten.
Hoffnung auf Zoll-Lockerung
Nun zeichnet sich eine mögliche Entlastung ab. Berichten zufolge erwägt Washington, die Abgaben auf Produkte mit Stahl- oder Aluminiumanteilen in den kommenden Wochen zu senken. Da Voestalpine stark auf verarbeitete Stahlprodukte für die Automobil-, Luftfahrt- und Bahntechnik ausgerichtet ist, würde ein solcher Schritt den Margendruck lindern. Parallel dämpft der Konzern die Zollexposition durch seine lokale Fertigung an 49 US-Standorten und steuert auf der Kostenseite mit einem Abbau von rund 340 Stellen an österreichischen Standorten gegen.
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Der europäische Schutzschild
Auf dem Heimatmarkt profitiert der Konzern unterdessen vom seit Anfang 2026 vollständig greifenden EU-Kohlenstoffgrenzausgleichsmechanismus (CBAM). Da Importeure nun CO₂-Zertifikate erwerben müssen, verteuert sich Stahl aus Nicht-EU-Ländern wie China um schätzungsweise 40 bis 70 Euro pro Tonne. Dies verschafft Voestalpine einen strukturellen Wettbewerbsvorteil, der durch die für Juli 2026 geplante Senkung der europäischen Importquoten weiter gestärkt wird.
Die Bestätigung der EBITDA-Prognose von bis zu 1,55 Milliarden Euro für das Gesamtjahr unterstreicht die operative Widerstandsfähigkeit des Unternehmens. Ob dieses Ziel angesichts der Schwäche in der europäischen Automobilindustrie tatsächlich erreicht wurde, belegt das Management am 3. Juni 2026 mit der Vorlage des vollständigen Jahresberichts.
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