Zum 31. März 2026 schließt voestalpine sein Geschäftsjahr ab — und tritt gleichzeitig in die konkreteste Phase seiner Dekarbonisierungsstrategie ein. Die 1,5-Milliarden-Euro-Investition in sauberere Stahlproduktion ist kein Zukunftsversprechen mehr, sondern Baustelle.
Elektrolichtbogenöfen als Kernstück
Der Rohbau der neuen EAF-Stahlwerkshalle in Linz soll im April fertiggestellt werden. Der erste Elektrolichtbogenofen nimmt dort im Februar 2027 den Betrieb auf, ein zweiter folgt in Donawitz. Zusammen sollen die beiden Anlagen jährlich rund 2,5 Millionen Tonnen CO₂-reduzierten Stahl produzieren und die Emissionen bis 2029 um etwa 30 Prozent gegenüber 2019 senken.
Parallel entsteht mit dem Projekt „Hy4Smelt“ — einem Joint Venture mit Primetals Technologies und Rio Tinto — die weltweit erste industrielle Demonstrationsanlage für wasserstoffbasierte Direktreduktion kombiniert mit elektrischem Schmelzprozess. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 170 Millionen Euro, der Produktionsstart ist für Ende 2027 geplant.
Regulatorisches Umfeld dreht sich
Das Inkrafttreten des europäischen CO₂-Grenzausgleichsmechanismus CBAM Anfang 2026 verschiebt das Wettbewerbsgefüge schrittweise zugunsten europäischer Stahlproduzenten. Für Juli 2026 sind zusätzliche Maßnahmen geplant: eine Halbierung der Importquoten sowie eine Verdoppelung der Zölle bei Überschreitung. Für einen Konzern, der frühzeitig auf grüne Produktion setzt, ist das strukturell vorteilhaft.
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Zum Geschäftsjahresende vollzieht voestalpine zudem den letzten Schritt der Portfoliobereinigung: Die Tochter Camtec GmbH in Linz stellt ihren Betrieb ein. Gestiegene Energie- und Personalkosten sowie Preisdruck aus Asien machten die Einheit mit zuletzt 12 Millionen Euro Umsatz wirtschaftlich nicht mehr tragfähig — trotz Marktführerschaft im deutschsprachigen Raum. Die 53 betroffenen Mitarbeiter können in andere Bereiche des Konzerns wechseln.
Solide Basis für den Übergang
Die Fundamentaldaten stützen den Umbau. In den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres stieg das EBIT um 20,9 Prozent auf 473 Millionen Euro, der Vorsteuergewinn legte um 46,5 Prozent zu. Die Nettoverschuldung sank um 27,4 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Das Management bekräftigte seine Jahresprognose mit einem erwarteten EBITDA zwischen 1,4 und 1,55 Milliarden Euro.
Neu ist auch die überarbeitete Dividendenpolitik: Ab diesem Geschäftsjahr plant voestalpine, 30 Prozent des Gewinns je Aktie auszuschütten, mit einer garantierten Mindestdividende von 0,40 Euro — sofern die Verschuldungsquote nach der Ausschüttung unter 2,0 bleibt. Die vollständigen Jahreszahlen folgen am 3. Juni 2026.
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