Der Linzer Stahl- und Technologiekonzern Voestalpine treibt seine strategische Neuausrichtung über mehrere Geschäftsbereiche hinweg voran. Neben verbindlichen Vereinbarungen zur langfristigen Energieversorgung und konkreten Fortschritten beim Umbau der heimischen Rohstahlproduktion hat das Unternehmen ambitionierte Mittelfristziele für das Bahngeschäft gesteckt. Anleger blicken damit auf ein Bündel von Initiativen, die sowohl die Dekarbonisierung als auch margenstarke Nischen absichern sollen.
Kooperation mit Verbund und Fortschritte in Linz
Einen wichtigen Baustein für die künftige Energiebasis bildet die vertiefte Partnerschaft mit dem österreichischen Energieversorger Verbund. Beide Unternehmen unterzeichneten einen Rahmenvertrag mit einer Laufzeit bis Ende 2029. Die Vereinbarung schafft einen verbindlichen Handlungsrahmen für die gemeinsame Entwicklung sowie die Realisierung zukunftsweisender Industrieprojekte.
Gleichzeitig nehmen die konkreten Dekarbonisierungsmaßnahmen am Hauptstandort Gestalt an. Für das Transformationsprogramm „greentec steel“ traf am Standort Linz das Kernequipment für den neuen Elektrolichtbogenofen ein. Die gelieferten Einzelkomponenten bringen ein Gesamtgewicht von 790 Tonnen auf die Waage.
Nach den Unternehmensplanungen soll das Aggregat im ersten Halbjahr 2027 den Betrieb aufnehmen und im Vollbetrieb pro Jahr rund 1,6 Millionen Tonnen Stahl erzeugen. Ziel der Umstellung ist es, die CO₂-Emissionen bis zum Jahr 2029 im Vergleich zum Niveau von 2019 um bis zu 30 Prozent zu senken.
Ergänzend schreitet die Errichtung der Demonstrationsanlage Hy4Smelt voran, die auf die wasserstoffbasierte Stahlerzeugung ausgerichtet ist und für deren Fertigstellung beziehungsweise Inbetriebnahme das Jahr 2027 anvisiert wird.
Bahnsparte peilt deutliches Umsatzplus an
Parallel zum industriellen Umbau setzt Voestalpine auf einen deutlichen Ausbau der Infrastrukturaktivitäten. Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldete, soll die Sparte Railway Systems bis zum Geschäftsjahr 2030/31 ein deutliches Umsatzwachstum erzielen. Ausgehend von aktuell rund 2,2 Milliarden Euro peilt das Management für diesen Bereich einen Anstieg auf rund 3 Milliarden Euro an.
Zur Untermauerung dieser Wachstumsziele stellte der Bereich bei der Branchenmesse InnoTrans neue Systemlösungen für Bahnübergänge vor. Die Produktlösung PITSTOP zielt darauf ab, verschleißkritische Komponenten separat instand zu setzen, ohne die gesamte Konstruktion ersetzen zu müssen.
Das System IMPACT soll dynamische Belastungen um bis zu 30 Prozent verringern. An der Börse beendete das Papier den Handel am Freitag bei einem Schlusskurs von 46,00 Euro, was seit Jahresanfang einem Kursanstieg von 22 Prozent entspricht.
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