Zwei neue Hochdruckkompressoren, fünf Wasserstofftanks, eine Reinigungsanlage — Voestalpine baut sein Wasserstoff-Pilotprojekt „H2Future“ am Standort Linz konkret aus. Der österreichische Stahlkonzern treibt seine Dekarbonisierungsstrategie nicht nur mit Ankündigungen voran, sondern mit handfester Infrastruktur.
Wasserstoff unter 500 Bar
Die neu installierten Kompressoren des spanischen Unternehmens Hiperbaric verdichten den Wasserstoff aus einem 6-Megawatt-Elektrolyseur auf bis zu 500 Bar — notwendig für eine effiziente Speicherung und spätere Nutzung in Direktreduktionsprozessen. Die fünf Speichertanks fassen zusammen eine Tonne Wasserstoff. Partner beim Ausbau ist das österreichische Energieunternehmen Verbund.
Das Ziel dahinter ist klar: fossile Brennstoffe in der energieintensiven Stahlherstellung schrittweise durch grünen Wasserstoff ersetzen. Bis 2050 will Voestalpine eine CO₂-neutrale Produktion erreichen.
Management bleibt, Investitionen fließen
Parallel sicherte der Aufsichtsrat die personelle Kontinuität für den Umbau. Finanzvorstand Gerald Mayer und Carola Richter, Leiterin der Metal Forming Division, wurden für fünf weitere Jahre bis März 2032 bestätigt. Reinhard Nöbauer, Chef der High Performance Metals Division, bleibt bis März 2030 an Bord. Stabile Führungsstrukturen sind bei einem Investitionsprogramm dieser Größenordnung keine Kleinigkeit.
Denn das Volumen ist beträchtlich: 1,5 Milliarden Euro fließen in zwei neue Elektrolichtbogenöfen in Linz und Donawitz, die Anfang 2027 in Betrieb gehen sollen. Die finanzielle Basis dafür liefert ein erwartetes EBITDA von 1,4 bis 1,55 Milliarden Euro im laufenden Geschäftsjahr — trotz Belastungen durch US-Importzölle konnte Voestalpine den Nettogewinn in den ersten drei Quartalen deutlich steigern.
Mittelfristig könnte der CO₂-Grenzausgleichsmechanismus der EU zusätzlich zum Vorteil werden: Europäische Produzenten mit niedrigerem Emissionsprofil dürften gegenüber Importkonkurrenz strukturell bessergestellt sein. Voestalpine arbeitet aktiv daran, auf der richtigen Seite dieser Grenze zu stehen — und die Investitionen der kommenden Monate werden zeigen, wie weit der Konzern bei der Inbetriebnahme der neuen Öfen im Plan liegt.
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