Der Linzer Stahlkonzern hat sein intensives Restrukturierungsjahr pünktlich zum 31. März abgeschlossen und startet verschlankt in die neue Berichtsperiode. Die erhoffte Atempause bleibt allerdings aus. Stattdessen gerät das Unternehmen unmittelbar in ein geopolitisches Spannungsfeld aus verschärften US-Zöllen und neuen europäischen Schutzwällen.
Teurer Gegenwind aus Übersee
Mit dem Verkauf der Tochtergesellschaft BÖHLER Profil für rund 157 Millionen Euro an den US-Konzern Kadant und der Schließung unrentabler Standorte ist die Bereinigung des Portfolios weitgehend beendet. Die freigewordenen Mittel fließen direkt in das 1,5 Milliarden Euro schwere Transformationsprojekt „greentec steel“, um bis 2029 die CO₂-Emissionen um knapp vier Millionen Tonnen zu senken.
Diese grüne Transformation muss nun gegen finanzielle Gegenströmungen verteidigt werden. Die US-Regierung verschärft ihr Zollregime für Stahl- und Aluminiumimporte, was das Ergebnis der Österreicher im laufenden Jahr voraussichtlich im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich belasten wird. Zwar fertigt der Konzern bereits mehr als die Hälfte seines US-Absatzes lokal, die finanziellen Einbußen lassen sich damit aber nicht vollständig kompensieren. Entsprechend verhalten reagiert der Markt am Donnerstag: Das Papier gibt um 3,52 Prozent auf 38,36 Euro nach.
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Europäischer Schutzwall stützt
Ein strukturelles Gegengewicht liefert die Handelspolitik der Europäischen Union. Der seit Jahresbeginn voll greifende Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) zwingt Importeure aus Drittländern zum Kauf von CO₂-Zertifikaten. Das verteuert asiatischen Importstahl um 40 bis 70 Euro pro Tonne. Wenn ab Juli zusätzlich die europäischen Importquoten um die Hälfte sinken und sich Zölle außerhalb der Quoten verdoppeln, verbessert sich die Wettbewerbsposition für den Linzer Konzern spürbar.
Operativ steht das Unternehmen auf einem soliden Fundament, nachdem das EBIT in den ersten drei Quartalen um knapp 21 Prozent zulegen konnte. Das Management rechnet für das abgelaufene Geschäftsjahr weiterhin mit einem EBITDA zwischen 1,4 und 1,55 Milliarden Euro. Die endgültige Bestätigung dieser Prognose liefert der Konzern am 3. Juni 2026 mit der Vorlage der offiziellen Jahreszahlen.
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