Voestalpine wechselt in einer Schlüsseldivision die Finanzverantwortung aus. Eva Aigner ist seit dem 1. April 2026 Finanzvorständin der Metal Engineering Division und folgt auf Martin Reisetbauer, der zum 1. Juni 2026 in den Ruhestand geht. Die Personalie kommt zu einem anspruchsvollen Zeitpunkt: Der Konzern investiert massiv in grüneren Stahl, während Handelsregeln und Zölle die Kalkulation verändern.
Erfahrene Konzernmanagerin übernimmt
Aigner kennt die Sparte seit Langem. Sie ist seit mehr als 20 Jahren im Konzern tätig und verantwortet nun Controlling, Finanzen, Bilanzierung, Risikomanagement sowie IT, Datenschutz und Recht. Zuletzt führte sie die voestalpine Rail Technology GmbH als CEO und CFO und war Chief Legal Officer der voestalpine Railway Systems GmbH.
Die Metal Engineering Division ist für Voestalpine mehr als eine interne Einheit. Im Geschäftsjahr 2024/25 erzielte sie mit rund 15.100 Beschäftigten einen Umsatz von 4,2 Milliarden Euro. Damit steuert Aigner einen Bereich, der eng mit Schieneninfrastruktur, Spezialstahl und industriellen Systemen verbunden ist.
Ab Juni arbeitet das Vorstandsteam der Division mit Franz Kainersdorfer an der Spitze. Neben Aigner gehören Stefan Glanz für Industrial Systems und Günter Neureiter für Railway Systems dazu. Das schafft Kontinuität, aber der finanzielle Spielraum bleibt eng gesteckt.
Handelspolitik wird zum Kostenfaktor
Auf der einen Seite belasten US-Importzölle das Ergebnis mit bis zu 80 Millionen Euro. Das trifft einen Konzern, der international verkauft und bei Spezialstahl stark von globalen Kundenbeziehungen abhängt.
Auf der anderen Seite verschärft Europa den Schutz des Heimatmarkts. Ab Juli sinken die Importquoten, außerhalb der Kontingente steigt der Zollsatz auf 50 Prozent. Das kann die Wettbewerbsposition gegenüber Importen verbessern.
Hinzu kommt der EU-Kohlenstoffgrenzmechanismus CBAM. Seit Januar 2026 verteuert er Stahlimporte aus China und der Türkei nach Analystenschätzungen um 40 bis 70 Euro je Tonne. Für Voestalpine ist das ambivalent: Schutz in Europa, aber zusätzliche Komplexität im internationalen Geschäft.
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Greentec steel wird zur Bewährungsprobe
Parallel läuft das größte Investitionsprojekt des Konzerns weiter. Der Rohbau der neuen Elektrolichtbogenofen-Halle in Linz wurde im April 2026 planmäßig fertiggestellt; das Programm „greentec steel“ hat ein Volumen von 1,5 Milliarden Euro.
Ab Februar 2027 soll der erste Elektrolichtbogenofen in Linz anlaufen, ein zweiter folgt in Donawitz. Beide Anlagen sollen jährlich rund 2,5 Millionen Tonnen CO₂-reduzierten Stahl erzeugen und die Konzernemissionen bis 2029 um rund 30 Prozent senken.
Der Knackpunkt liegt nicht nur im Bau. Voestalpine braucht verlässliche Wasserstoffnetze und ausreichend grünen Strom. Fehlt diese Infrastruktur, drohen höhere Kosten im Wettbewerb mit Produzenten aus Regionen mit günstigeren Energiebedingungen.
An der Börse ist viel Optimismus bereits eingepreist. Die Aktie schloss am Freitag bei 44,68 Euro, liegt seit Jahresanfang 15,57 Prozent im Plus und notiert 20,22 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt.
Auf der Hauptversammlung am 1. Juli 2026 will Voestalpine die Genehmigung einer Basisdividende anstreben. Voraussetzung bleibt, dass das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA stabil unter 2,0 liegt.
Am 3. Juni 2026 folgen die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025/26; im Mittelpunkt steht das EBITDA-Ziel von 1,55 Milliarden Euro. Für Aigner wird der Start damit direkt messbar: Kostenkontrolle, Investitionsdisziplin und Handelspolitik laufen in ihrer neuen Rolle zusammen.
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