Der ambitionierte Umbau zur grünen Stahlproduktion stößt bei Voestalpine auf harte infrastrukturelle Realitäten. Konzernchef Herbert Eibensteiner richtete vergangene Woche eine unmissverständliche Forderung an die europäische Politik, da fehlende Strom- und Wasserstoffnetze den Zeitplan der Transformation massiv bedrohen. Ohne ein politisches Entgegenkommen bei den Emissionsrechten droht dem Vorzeigeprojekt ein empfindlicher Verzug.
Der Wechsel von klassischen Hochöfen hin zu Elektrolichtbogenöfen erfordert gigantische Mengen an Energie. Genau hier sieht das Management aktuell das größte Risiko. Eibensteiner bemängelt, dass die notwendigen Strom- und Wasserstoffnetze schlichtweg nicht in ausreichendem Maße vorhanden seien. Seine Konsequenz: Die EU müsse die bis 2034 befristeten CO₂-Freizertifikate zwingend verlängern. Eine Verschärfung der Klimaziele sei ohne die entsprechende infrastrukturelle Basis nicht umsetzbar. Derzeit erarbeitet die EU-Kommission erste Vorschläge zu dieser Problematik, die bis zum Sommer vorliegen sollen.
Diese politischen Unsicherheiten treffen auf eine Aktie, die in den vergangenen zwölf Monaten eine rasante Aufwärtsbewegung von fast 100 Prozent verzeichnete und aktuell bei 42,16 Euro notiert. Anleger preisen den erfolgreichen Umbau teilweise bereits ein. Entsprechend sensibel dürfte der Markt auf Verzögerungen bei der Umsetzung reagieren.
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Geopolitik und Gasversorgung
Trotz der eskalierenden Lage im Nahen Osten und der Behinderungen in der Straße von Hormuz sieht Eibensteiner die Gasversorgung des Konzerns als gesichert an. Da europäische Importe primär aus Norwegen, Nordafrika sowie über LNG-Terminals aus den USA abgewickelt werden, verzeichnet Voestalpine keine Engpässe. Gleichzeitig dämpfen die global gestiegenen Energiepreise das wirtschaftliche Umfeld, da sie die Inflation treiben und das Wirtschaftswachstum bremsen.
Milliardenprojekt im Zeitplan
Kurzfristig läuft die operative Umsetzung der „Greentec steel“-Strategie nach Plan. Mehr als die Hälfte der veranschlagten 1,5 Milliarden Euro für die ersten beiden Elektrolichtbogenöfen in Linz und Donawitz ist bereits investiert. Der Hochlauf der Anlagen, die ab 2027 jährlich rund 2,5 Millionen Tonnen CO₂-reduzierten Stahl produzieren sollen, beginnt in knapp einem Jahr.
Operativ sieht sich der Stahlkonzern auf Kurs und bestätigte zuletzt das EBITDA-Ziel von 1,4 bis 1,55 Milliarden Euro für das abgelaufene Geschäftsjahr. Am 3. Juni wird Voestalpine die vollständigen Jahresergebnisse präsentieren. Dieser Termin liefert Anlegern die konkreten Daten darüber, wie stark externe Belastungsfaktoren wie Zölle und gestiegene Energiekosten die Margen im abgelaufenen Zeitraum tatsächlich gedrückt haben.
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