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Voestalpine Aktie: 97 Prozent Gewinn in zwölf Monaten

Voestalpine treibt milliardenschwere grüne Transformation voran, warnt aber vor zu hohen CO2-Kosten. Die Aktie zeigt langfristigen Aufwärtstrend.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie mit 97 Prozent Jahresplus
  • Milliardeninvestition in grüne Stahlproduktion
  • Branche fordert Reform der CO2-Abgaben
  • Kampf gegen billige Importe aus Übersee

Europas Stahlkocher schlagen Alarm. Voestalpine, Thyssenkrupp und ArcelorMittal fordern eine Atempause bei den CO2-Kosten. Die Transformation frisst Milliarden. Die Voestalpine zeigt exemplarisch, wie schmal der Grat zwischen grünem Vorzeigeprojekt und industriellem Risiko ist.

An der Börse spiegelt sich dieser Druck wider. Die Aktie schloss am Freitag schwächer bei 43,82 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Plus von gut 13 Prozent. Auf Jahressicht glänzt der Wert sogar mit einem Gewinn von 97 Prozent.

Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 39,39 Euro unterstreicht diesen langfristigen Aufwärtstrend. Kurzfristig notiert der Kurs leicht unter der 50-Tage-Linie. Der RSI-Wert von 42 signalisiert aktuell keine Überhitzung.

Kampf gegen billige Importe

Die europäische Stahlindustrie kämpft an mehreren Fronten. Hohe Energiekosten belasten die Bilanzen. Parallel dazu drücken billige Importe auf den Markt. Sie erreichen teilweise Rekordhöhen.

Brüssel reagiert zwar. Anfang 2026 startet das CO2-Grenzausgleichssystem CBAM. Bis zum Sommer 2026 sollen neue Schutzmaßnahmen greifen. Das Ziel: Die heimische Industrie vor unfairem Wettbewerb abschirmen.

Flucht in die Nische

Voestalpine verlässt sich nicht allein auf die Politik. Das Management streut das Risiko über verschiedene Branchen. Der Konzern liefert Spezialstähle an die Automobilindustrie, den Maschinenbau und die Luftfahrt. Letztere verspricht besonders starkes Wachstum. Auch Bahnsysteme bringen verlässliche Umsätze.

Das Herzstück der Strategie ist das Programm „greentec steel“. Der Konzern baut die Stahlproduktion radikal um. An den Standorten Linz und Donawitz entstehen neue Elektrolichtbogenöfen. Sie sollen bis 2027 ans Netz gehen.

Der Appell an Brüssel

Solche Projekte verschlingen enorme Summen. Das Management rechnet für das Geschäftsjahr 2026/27 trotzdem mit einem positiven Ergebnis. Soweit so gut.

Aber die Rahmenbedingungen wackeln. Die Konzernchefs von Voestalpine, Thyssenkrupp und ArcelorMittal warnen eindringlich vor dem aktuellen Kurs der EU. Sie fordern eine pragmatische Reform des Emissionshandelssystems.

Ohne wettbewerbsfähige Strompreise und billigen Wasserstoff droht eine Krise. Die Industrie verlangt eine Pause bei den CO2-Abgaben, bis diese grüne Infrastruktur überhaupt steht.

Die nächsten Monate entscheiden über die Richtung. Ende Juni liefert der Economic Sentiment Indicator neue Daten zur Stimmung in der Eurozone. Langfristig hängt das Schicksal der Voestalpine an zwei Faktoren. Erstens muss die Nachfrage nach Spezialstahl in Europa wieder anziehen. Zweitens muss Brüssel beweisen, dass Klimaschutz die Industrie nicht verdrängt.

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