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Voestalpine Aktie: 59 Prozent EBIT-Sprung

Österreichs Stahlkonzern profitiert von geplanten Industrieentlastungen und meldet einen deutlichen Gewinnsprung im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Regierung senkt Lohnnebenkosten
  • Operativer Gewinn steigt um 59 Prozent
  • Schuldenquote auf 16,2 Prozent gesunken
  • Greentec-Stahl-Projekt im Zeitplan

Österreichs Stahlkonzern Voestalpine bekommt Unterstützung von zwei Seiten gleichzeitig: Die Regierungskoalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS hat sich am Wochenende auf ein Doppelbudget für 2027/28 geeinigt — mit konkreten Entlastungen für die Industrie. Die finalen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr zeigen, dass der Konzern auch aus eigener Kraft Fahrt aufgenommen hat.

Budget-Einigung mit direktem Effekt

Im Zentrum der Regierungsvereinbarung steht eine Senkung der Lohnnebenkosten um einen Prozentpunkt. Das Gesamtvolumen dieser Maßnahme liegt bei rund 2 Milliarden Euro — für einen der größten privaten Arbeitgeber Österreichs kein kleiner Posten. Hinzu kommen die Verlängerung des Industriestrombonus und der strategischen Gasreserve, beides Instrumente, die energieintensive Unternehmen im internationalen Wettbewerb stützen sollen.

Das Gesamtpaket sieht Einsparungen von 2,5 Milliarden Euro vor. Wien will damit bis 2028 das Haushaltsdefizit auf drei Prozent drücken und das laufende EU-Defizitverfahren beenden.

Ergebnissprung trotz Umsatzrückgang

Das Geschäftsjahr 2025/26 (Ende: 31. März) liefert ein klares Bild: Der Umsatz sank um 4,3 Prozent auf 15,1 Milliarden Euro, das operative Ergebnis zog jedoch kräftig an. Das EBIT kletterte um 59 Prozent auf 723,5 Millionen Euro. Das Nettoergebnis verdoppelte sich mehr als — ein Plus von 137,6 Prozent.

Bemerkenswert ist der Schuldenabbau. Die Nettofinanzverschuldung fiel auf 1,26 Milliarden Euro, die Gearing-Ratio liegt nun bei 16,2 Prozent. Das zeigt: Der Konzern hat auch unter dem Druck der US-Stahlzölle, die das Ergebnis im zweistelligen Millionenbereich belasteten, seine Bilanz konsequent gestärkt.

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Milliarden-Umbau im Zeitplan

Längerfristig bleibt der Klimawandel in der Stahlproduktion das zentrale Thema. Ab 2034 schmelzen die kostenlosen CO2-Zertifikate der EU vollständig ab. Bei einem CO2-Preis von 80 Euro je Tonne entstehen Zusatzkosten von rund 144 Euro pro Tonne Stahl über die traditionelle Hochofenroute — ein strukturelles Problem, das die gesamte Branche trifft.

Voestalpine steuert mit dem Projekt „greentec steel“ dagegen. Für Elektrolichtbogenöfen in Linz und Donawitz investiert der Konzern 1,5 Milliarden Euro, 60 Prozent davon sind bereits umgesetzt. Der Produktionsstart ist für das erste Halbjahr 2027 geplant.

Die Aktie notiert bei 46,70 Euro — rund 21 Prozent im Plus seit Jahresbeginn, auf Zwölfmonatssicht sogar mehr als verdoppelt. Am Mittwoch hält Finanzminister Marterbauer seine Budgetrede, die erste konkrete Auskunft über die Umsetzung der angekündigten Industrieentlastungen geben dürfte.

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