Schwache US-Daten und deutsche Reformpläne treiben die Börsen. Voestalpine nutzt dieses Umfeld für einen kräftigen Kurssprung. Die Aktie des Linzer Stahlkonzerns klettert am Freitag an die Spitze des österreichischen Leitindex ATX.
Das Papier beendet den Handelstag mit einem Plus von 5,03 Prozent auf 43,82 Euro. Damit macht der Kurs die Verluste der vergangenen Wochen fast vollständig wett. Seit Jahresbeginn steht nun ein Zuwachs von rund 13 Prozent auf der Anzeigetafel.
Die langfristige Entwicklung beeindruckt. Auf Sicht von zwölf Monaten legte der Wert um gut 85 Prozent zu.
Rückenwind aus Berlin und Washington
Der aktuelle Aufschwung hat handfeste makroökonomische Gründe. Die US-Arbeitsmarktdaten fielen schwächer aus als von Ökonomen erwartet. Das mindert die Angst vor weiteren Zinserhöhungen durch die Notenbank.
Parallel dazu liefert die deutsche Bundesregierung ein neues Konjunkturprogramm. Die geplanten Steuerentlastungen helfen Voestalpine direkt. Der Konzern liefert große Mengen Stahl an die deutsche Autoindustrie und den Maschinenbau.
Hinzu kommt eine bessere Stimmung im europäischen Dienstleistungssektor. Der Einkaufsmanagerindex stieg im Juni überraschend an. Das weckt Hoffnungen auf eine breitere wirtschaftliche Erholung.
Technisch im sicheren Fahrwasser
Charttechnisch hat sich die Lage ebenfalls beruhigt. Der Kurs notiert wieder deutlich über der 200-Tage-Linie von rund 40 Euro. Der RSI-Indikator signalisiert mit einem Wert von 49 einen komplett neutralen Markt.
Die Berichtssaison für das zweite Quartal steht vor der Tür. Analysten erwarten für europäische Unternehmen ein Gewinnwachstum von rund zwölf Prozent.
Das Ziel: Voestalpine muss diesen positiven Trend bestätigen. Gegenwind droht weiterhin durch die Handelsspannungen zwischen der EU und China. Mit dem Sprung über 43 Euro haben die Bullen vor dem Zahlenwerk jedoch ein erstes starkes Signal gesetzt.
