Voestalpine steuert auf einen entscheidenden Termin zu. Am Mittwoch veröffentlicht der Konzern die Zahlen für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres. Diese Daten könnten das aktuelle Tauziehen der Analysten beenden.
Der Markt erwartet einen deutlichen Sprung beim Gewinn. Analysten kalkulieren im Schnitt mit einem Ergebnis von 1,01 Euro je Aktie. Im Vorjahreszeitraum standen dort lediglich 0,59 Euro. Beim Umsatz visieren die Experten einen Wert von rund 3,98 Milliarden Euro an.
Die Bilanz dient als Härtetest für die Jahresziele. Das Management gab bisher eine weite Spanne für das operative Ergebnis (EBITDA) vor. Das Ziel liegt zwischen 1,60 und 1,85 Milliarden Euro. Anleger erhoffen sich nun Klarheit über die Tendenz innerhalb dieses Korridors.
Gespaltenes Analystenlager
Bisher herrscht unter den Bankhäusern seltene Uneinigkeit. Die Deutsche Bank sieht das Kursziel bei 60 Euro, während die Wiener Privatbank bei 42,10 Euro zum Verkauf rät. JPMorgan positioniert sich mit einem Ziel von 50 Euro dazwischen.
Helfen könnten die neuen EU-Schutzmaßnahmen für den Stahlmarkt. Seit Juli greifen Zollsätze von 50 Prozent auf bestimmte Importmengen. Das stärkt die Preismacht heimischer Produzenten gegenüber der Konkurrenz aus Übersee.
Finanziell steht der Konzern auf einem soliden Fundament. Der Verschuldungsgrad liegt bei niedrigen 16,2 Prozent. Dies sichert den teuren Umbau hin zu einer grünen Stahlproduktion ab. Das Projekt „greentec steel“ erfordert in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen.
Risiken durch die Autokonjunktur
Allerdings bremst die schwache Nachfrage der europäischen Automobilindustrie die Euphorie. Die Hersteller bestellen derzeit vorsichtiger. Zudem belasten hohe Energiekosten die Margen weiterhin und könnten die Vorteile der neuen Zollregelungen teilweise neutralisieren.
Technisch ist der Aufwärtstrend intakt. Die Aktie notiert bei 45,14 Euro und damit etwa neun Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn summiert sich das Kursplus auf fast 20 Prozent.
Entscheidend wird am Mittwoch der Kommentar des Managements zur Auftragslage im laufenden Sommerquartal. Bestätigt der Vorstand den Optimismus bei den Margen, rückt die Marke von 50 Euro wieder in greifbare Nähe.
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