Startseite » Earnings » Vodafone Aktie: 13,3 Milliarden EBITDAaL-Prognose angehoben

Vodafone Aktie: 13,3 Milliarden EBITDAaL-Prognose angehoben

Vodafone hebt Jahresziele an, getragen von starkem Service-Wachstum und der Safaricom-Integration. Der deutsche Markt bleibt jedoch schwierig.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umsatz steigt um fast zehn Prozent
  • Prognose für EBITDAaL angehoben
  • Safaricom-Konsolidierung bringt Buchgewinn
  • Kundenverluste im deutschen Markt

Vodafone ist mit deutlichem Rückenwind in das neue Geschäftsjahr gestartet. Der Telekommunikationsriese profitierte im ersten Quartal von einer robusten Entwicklung im Service-Geschäft und strategischen Fortschritten in den Schwellenmärkten. In der Folge hob das Management die Prognosen für das gesamte Fiskaljahr 2027 an. Die Anleger reagierten bereits gestern und auch am heutigen Dienstag mit Käufen auf die operativen Fortschritte.

Umsatzsprung und strategische Neuausrichtung in Afrika

Der Konzernumsatz kletterte im Berichtszeitraum um fast zehn Prozent auf 10,3 Milliarden Euro. Besonders das Dienstleistungsgeschäft erwies sich als Wachstumsmotor mit Service-Umsätzen von insgesamt 8,6 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDAaL) verbesserte sich zeitgleich um 6,7 Prozent. Diese Dynamik wurde maßgeblich durch die starke Performance in den afrikanischen Märkten getrieben, wo das organische Wachstum im Dienstleistungsbereich zweistellige Raten erreichte.

Ein wesentlicher Faktor für die angehobenen Jahresziele ist die Konsolidierung von Safaricom. Seit Anfang Juli wird das Unternehmen vollständig in die Bilanz integriert, was bereits zu einem einmaligen Buchgewinn von 3,0 Milliarden Euro beim operativen Ergebnis führte. Für das Gesamtjahr erwartet CEO Della Valle nun ein bereinigtes EBITDAaL von bis zu 13,3 Milliarden Euro. Der bereinigte freie Cashflow soll am oberen Ende einer Spanne landen, die bis zu 2,9 Milliarden Euro reicht.

Kostensenkungen stützen die operativen Margen

Die operative Marge stabilisierte sich zuletzt bei 28,5 Prozent. Vodafone führt dies auch auf das laufende Effizienzprogramm zurück, in dessen Rahmen weltweit rund 11.000 Stellen gestrichen werden sollen. Allein in Europa wurden bereits 1.200 Arbeitsplätze abgebaut, um die Komplexität des Konzerns zu verringern und die Kundenerfahrung zu verbessern. Die Restrukturierungskosten bezifferte das Unternehmen für das laufende Jahr auf rund 0,7 Milliarden Euro, wobei ein erheblicher Teil auf die geplante Fusion mit dem Konkurrenten Three im britischen Markt entfällt.

Zusätzlich zu den internen Sparmaßnahmen treibt der Konzern seine technische Modernisierung voran. Für den Ausbau der 5G-Infrastruktur wurden im abgelaufenen Quartal bereits 1,2 Milliarden Euro aufgewendet. Diese Investitionen sind Teil einer langfristigen Strategie, um die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen europäischen Telekommunikationsanbietern zu sichern und die Netzkapazitäten in den Kernmärkten zu erhöhen.

Herausforderungen im deutschen Markt bleiben bestehen

Während die Geschäfte in Afrika und Großbritannien zuletzt deutlich zulegten, bleibt der deutsche Markt die größte Baustelle für den Konzern. Der Service-Umsatz in der Bundesrepublik wuchs zwar moderat auf 2,74 Milliarden Euro, doch die Entwicklung der Kundenzahlen verlief gegenläufig. Im Mobilfunk verzeichnete Vodafone Deutschland einen Rückgang um 85.000 Nutzer, während im Breitbandsegment fast 100.000 Kunden verloren gingen. Analyst Robert Grindle von Deutsche Bank Research zeigte sich dennoch positiv überrascht von den insgesamt stabilen Margen in einem schwierigen regulatorischen Umfeld.

An der Börse wird die strategische Neuausrichtung mit Wohlwollen quittiert. Die Aktie notiert aktuell bei 1,41 €, was einem Zuwachs von 25,45 % seit Jahresbeginn entspricht. Durch den jüngsten Aufwärtstrend rückt das 52-Wochen-Hoch wieder in greifbare Nähe, während Großaktionär Xavier Niel seine Position mit einem Anteil von nun 18,8 Prozent weiter festigte. Neben den operativen Erfolgen stützte auch die am Montag abgehaltene Hauptversammlung das Vertrauen, bei der alle Beschlüsse mit deutlicher Mehrheit gefasst wurden.

Anzeige

Vodafone-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Vodafone-Analyse vom 28. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Vodafone-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Vodafone-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Vodafone: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Vodafone

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.

Weitere Nachrichten zu Vodafone