Vizsla Silver befindet sich in einer tiefen Krise. Nach der Entführung und dem Tod von Mitarbeitern am Panuco-Projekt in Mexiko ruht der Betrieb vor Ort, während nun auch US-Anwälte wegen möglichen Wertpapierbetrugs ermitteln. Für Anleger stellt sich die drängende Frage: Kann das Management das Milliarden-Projekt in diesem extrem schwierigen Umfeld überhaupt retten oder droht ein dauerhafter Stillstand?
Doppelte Belastung für den Kurs
Die Kanzlei Pomerantz hat eine Untersuchung eingeleitet, um zu prüfen, ob Vizsla Silver oder dessen Direktoren rechtswidrige Geschäftspraktiken angewandt haben. Im Kern geht es darum, ob Investoren über Sicherheitsrisiken im Unklaren gelassen wurden. Diese juristische Front eröffnet sich zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Die Aktie reagierte bereits am 29. Januar mit einem Absturz von knapp 15 Prozent auf die ersten Berichte über den Vorfall.
Auslöser der Talfahrt ist die Sicherheitslage am Panuco-Projekt in Concordia. Das Unternehmen musste bestätigen, dass mehrere der Ende Januar entführten Mitarbeiter tot aufgefunden wurden. Die mexikanische Bundesstaatsanwaltschaft ermittelt unter Hochdruck im Umfeld der organisierten Kriminalität im Bundesstaat Sinaloa, um Hintergründe zu Erpressung und Gewalt gegen den Minenbetreiber aufzuklären.
Projektentwicklung nur noch aus der Ferne
Als direkte Konsequenz bleiben alle physischen Arbeiten am Standort aus Sicherheitsgründen ausgesetzt. Das Management versucht, den Schaden zu begrenzen, indem Ingenieure und Techniker nun remote an der Optimierung des Projekts arbeiten. Ursprünglich war für 2026 ein aggressives Bohrprogramm von 60.000 Metern geplant, das nun faktisch auf Eis liegt.
Die wirtschaftliche Fallhöhe ist enorm. Erst im November 2025 bezifferte eine Machbarkeitsstudie den Wert des Projekts (Net Present Value) auf 1,8 Milliarden US-Dollar. Das Ziel, in der zweiten Jahreshälfte 2026 eine Bauentscheidung zu treffen, rückt durch die Zwangspause in weite Ferne. Ohne eine signifikante Verbesserung der Sicherheitslage durch die mexikanischen Behörden bleibt der Zeitplan für die Realisierung der Mine reine Makulatur.
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