Visa legt heute nach US-Börsenschluss, ab 21 Uhr deutscher Zeit, die Zahlen zum vierten Geschäftsquartal vor. Das Quartal selbst dürfte kaum überraschen. Wichtiger ist, was der Zahlungsnetzbetreiber für das Geschäftsjahr 2027 in Aussicht stellt.
Die Erwartungen an das Quartal
Die Wall Street rechnet mit einem Gewinn je Aktie von 3,44 Dollar, nach 2,98 Dollar im Vorjahresquartal. Der Umsatz soll um 13 Prozent auf 12,09 Milliarden Dollar steigen. Das deckt sich mit der Prognose, die Visa im Juli selbst abgegeben hat.
Fünfmal in Folge übertraf das Unternehmen zuletzt die Gewinnschätzungen. Ein weiteres Übertreffen gilt daher eher als Pflicht denn als Überraschung.
Bewertung und Kosten im Blick
Die Aktie legte im Oktober um rund zwölf Prozent zu. Die Gewinnschätzungen zogen dabei kaum mit, gestiegen ist vor allem der Preis, den Anleger zahlen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Erwartungen für 2027 liegt beim 27-Fachen, Ende September war es noch das 24-Fache.
Entsprechend genau dürften Marktteilnehmer auf die Kostenseite schauen. Im dritten Quartal wuchsen die bereinigten Betriebsausgaben um 17 Prozent, die Anreizzahlungen an Banken und Händler um 18 Prozent. Beides legte schneller zu als der Umsatz. Gelingt es Visa, 2027 mehr Wachstum bei langsamer steigenden Kosten zu zeigen, ließe sich der Bewertungsaufschlag leichter rechtfertigen.
Mastercard folgt am Donnerstag mit eigenen Zahlen und liefert damit den nächsten Vergleichspunkt für die Branche.
Die Chartmarken
Die Aktie schloss am Montag bei 404 Dollar. Das Rekordhoch bei 415 Dollar liegt rund 2,5 Prozent darüber und bildet den Widerstand.
Unterstützung bietet zunächst die Zone aus Augusthoch bei etwa 385 Dollar und der 50-Tage-Linie bei 379 Dollar. Die 200-Tage-Linie verläuft bei 341 Dollar. Der Aufwärtstrend seit April ist intakt.
Rutscht der Kurs nach den Zahlen unter 379 Dollar, wäre der Oktober-Ausbruch gescheitert. Oberhalb von 415 Dollar öffnete sich dagegen der Weg zu neuen Rekordständen.
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