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Visa Aktie: 4 Billionen Dollar Zahlungsvolumen erstmals überschritten

Visa überrascht mit starken Quartalszahlen, plant jedoch den Abbau von rund 2.600 Stellen. Der Ausblick für das Gesamtjahr fällt verhaltener aus.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umsatz und Gewinn übertreffen Analystenschätzungen
  • Konzern streicht rund 2.600 Arbeitsplätze
  • KI-Einsatz ermöglicht effizientere Produktentwicklung
  • Jahresprognose leicht nach unten korrigiert

Visa hat gestern die Finanzzahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorgelegt. Während der Zahlungsdienstleister die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn schlagen konnte, löste die gleichzeitige Ankündigung eines massiven Stellenabbaus gemischte Reaktionen am Markt aus. Zudem dämpfte das Unternehmen die Erwartungen für das Gesamtjahr leicht ab.

Robustes Ausgabeverhalten treibt Transaktionsvolumen

Im abgelaufenen Quartal steigerte Visa den Nettoumsatz um 14 Prozent auf 11,63 Milliarden US-Dollar. Damit übertraf das Unternehmen die Konsensschätzung der Analysten, die bei rund 11,4 Milliarden US-Dollar gelegen hatte. Der bereinigte Gewinn pro Aktie belief sich auf 3,32 US-Dollar, was ebenfalls über den erwarteten 3,23 US-Dollar lag. CEO Ryan McInerney betonte, dass das Ausgabeverhalten der Verbraucher und Unternehmen weiterhin widerstandsfähig bleibe.

Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war das grenzüberschreitende Zahlungsvolumen, das um 13 Prozent zulegte. Medienberichten zufolge profitierte dieser Bereich insbesondere von der FIFA-Weltmeisterschaft, die das Reiseaufkommen und die internationalen Transaktionen ankurbelte. Insgesamt verarbeitete Visa im Berichtszeitraum 71,7 Milliarden Transaktionen, ein Plus von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das gesamte Zahlungsvolumen überschritt dabei erstmals die Marke von 4 Billionen US-Dollar.

Umbau unter dem Einfluss von Künstlicher Intelligenz

Trotz der positiven Geschäftsentwicklung leitet Visa eine weitreichende Umstrukturierung ein. Das Management kündigte an, etwa 7 Prozent der weltweiten Belegschaft abzubauen, was rund 2.600 Arbeitsplätzen entspricht. Betroffen sind vor allem Positionen in den Bereichen Technologie und Produktentwicklung. Für Abfindungen und damit verbundene Kosten verbuchte das Unternehmen bereits im dritten Quartal Belastungen in Höhe von 563 Millionen US-Dollar.

Dieser Schritt dient der Steigerung der Effizienz. McInerney wies darauf hin, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz die Produktentwicklung beschleunige und neue Organisationsstrukturen ermögliche. Parallel dazu investiert Visa weiterhin in Wachstumsfelder wie das Geschäft mit wohlhabenden Kunden, grenzüberschreitende Zahlungen und die geografische Expansion. Die operativen Gesamtausgaben stiegen im Quartal auch aufgrund dieser Sondereffekte und höherer Personalkosten um 19 Prozent auf 4,8 Milliarden US-Dollar.

Moderater Ausblick und Analysteneinschätzungen

Für das verbleibende Geschäftsjahr gab sich das Unternehmen etwas vorsichtiger. Visa präzisierte die Prognose für das Umsatz- und Gewinnwachstum auf das untere Ende des niedrigen zweistelligen Bereichs. Analysten von Macquarie reagierten auf die Zahlen und hoben ihr Kursziel für die Aktie von 410 auf 420 US-Dollar an. Bereits am Montag hatte die Erste Group das Papier auf „Buy“ hochgestuft.

An der Börse schloss der Wert gestern bei 322,00 Euro. Damit liegt das Papier mit 7,05 Prozent seit Jahresbeginn im Plus. Trotz der leichten Abschläge im nachbörslichen US-Handel unmittelbar nach der Meldung bleibt die Aktie in Reichweite ihres 52-Wochen-Hochs von 325,65 Euro, von dem sie derzeit nur 1,12 Prozent entfernt ist. Die Dividende für das abgelaufene Quartal in Höhe von 0,670 US-Dollar pro Aktie soll am 1. September ausgeschüttet werden.

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Diskussion zu Visa

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.