Die Deutsche Börse hat gute Nachrichten für Vincorion. Der Mechatronik-Spezialist steigt am 22. Juni in den SDAX auf. Am Markt löste das jedoch keine Euphorie aus. Im Gegenteil. Die Aktie rutschte am Freitag unter ihren Ausgabepreis.
Der schnelle Aufstieg kommt überraschend. Vincorion feierte erst im März sein Börsendebüt im Prime Standard. Nun ersetzt das Unternehmen aus Wedel etablierte Werte wie Borussia Dortmund im Nebenwerteindex. Hohe Handelsvolumina und die Marktkapitalisierung des Streubesitzes machten diesen Schritt möglich. Für das Unternehmen bedeutet das deutlich mehr Sichtbarkeit bei institutionellen Investoren.
Die Anleger reagierten am Freitag allerdings enttäuscht. Das Papier verlor 4,12 Prozent und beendete den Handel bei 16,99 Euro. Damit notiert der Titel knapp unter dem ursprünglichen Ausgabepreis von 17 Euro.
Der Abwärtstrend hält bereits länger an. Innerhalb eines Monats büßte der Kurs rund 23 Prozent ein. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 18,20 Euro gilt unter Charttechnikern als klares Warnsignal.
Volle Auftragsbücher, schwacher Kurs
Operativ läuft es für den Konzern deutlich besser. Zum Jahresstart kletterte der Umsatz um rund 40 Prozent auf 69 Millionen Euro. Der Auftragsbestand stieg parallel dazu auf ein Rekordniveau von über einer Milliarde Euro. Rüstungskunden fragen Energie- und Mechatroniklösungen massiv nach.
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Analysten bleiben entsprechend optimistisch. Das Bankhaus Berenberg bestätigte kürzlich sein Kursziel von 26 Euro. Das entspricht einem theoretischen Aufwärtspotenzial von mehr als 50 Prozent. Marktbeobachter erklären die aktuelle Kursschwäche mit Gewinnmitnahmen nach der starken April-Rallye.
Messen bringen neue Impulse
In der kommenden Woche rücken branchenspezifische Termine in den Fokus. Ab dem 10. Juni präsentiert Vincorion auf dem HHO Symposium neue militärische Energieversorgungen. Direkt danach startet die große Fachmesse Eurosatory in Paris.
Branchenkenner erwarten dort wegweisende Ankündigungen für den europäischen Verteidigungssektor. Reagiert der Markt positiv auf neue Aufträge, könnte die Aktie ihr Ausgabeniveau schnell zurückerobern. Fällt sie weiter, droht ein Test des bisherigen Tiefs bei 15,32 Euro.
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