Kaum einen Monat nach dem Börsengang notiert VINCORION auf einem Allzeithoch. Am Donnerstag legte die Aktie des Rüstungsunternehmens um 13,3 Prozent auf 22,00 Euro zu — der zweite kräftige Kurssprung in Folge.
Starkes Quartal als Auslöser
Den Anstoß gaben vorläufige Quartalszahlen vom Vortag: VINCORION meldete ein Umsatzplus von gut 40 Prozent im ersten Quartal und bestätigte die Jahresprognose. Für das Gesamtjahr peilt das Unternehmen Umsätze zwischen 280 und 320 Millionen Euro an, bei einer bereinigten EBIT-Marge von 18 bis 19 Prozent.
Der Kontrast zur Nachbörsenphase ist deutlich. Nach dem IPO zu 17 Euro je Aktie war der Kurs — trotz eines ersten Handelstags bis knapp unter 20 Euro — in einem schwierigen Marktumfeld stetig abgerutscht. Das aktuelle Niveau liegt nun rund 29 Prozent über dem Ausgabepreis.
Wachstum ohne Kapitalerhöhung
Was das Geschäftsmodell für Investoren interessant macht: VINCORION plant, bevorstehende mechatronische Projekte aus eigener Kraft zu finanzieren — ohne neue Aktien oder Bankschulden. Grundlage ist ein operativer Cashflow von 38 Millionen Euro, den das Unternehmen im Vorjahr erwirtschaftete. Der Auftragsbestand von 1,1 Milliarden Euro liefert die nötige Planungssicherheit.
Zur Aktionärsstruktur: Mit dem Auslaufen der Greenshoe-Option stieg der Streubesitz auf knapp über 52 Prozent. Der Private-Equity-Investor STAR Capital hält rund 48 Prozent — dieser Block ist bis in den Herbst durch eine Lock-up-Frist gebunden, was kurzfristigen Verkaufsdruck vom größten Anteilseigner begrenzt.
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Bewertungsabschlag trotz Rally
Trotz des Kursanstiegs notiert VINCORION mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 46 deutlich unter den Multiples von RENK oder Hensoldt, die auf nahezu das Doppelte kommen. Einen Teil dieses Abschlags erklärt die kurze Börsenhistorie — das Unternehmen ist seit kaum einem Monat gelistet.
Berenberg bewertet die Aktie mit „Buy“ und einem Kursziel von 26 Euro. JPMorgan setzt auf „Overweight“ mit einem Ziel von 23,50 Euro. Beide Häuser argumentieren, dass die strategische Positionierung eine höhere Bewertung rechtfertigt.
Den nächsten konkreten Datenpunkt liefern die vollständigen Quartalszahlen im Mai. Ob die Gewinnkennzahlen das Umsatzwachstum bestätigen, entscheidet darüber, ob der Bewertungsabschlag zu den Sektorpeers weiter schmilzt.
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