Ein Infrastrukturkonzern mit Mautstraßen, Flughäfen und Energiegeschäft — und ausgerechnet die Energiesparte zieht die Zahlen nach oben, während Straßenverkehr und Bau schwächeln. Vinci hat am Mittwochabend Zahlen vorgelegt, die den Markt überzeugten: Die Aktie legte im Pariser Handel am Donnerstag zeitweise um fast fünf Prozent zu und erreichte 124,00 Euro.
Energie und Flughäfen tragen, Mautstraßen bremsen
Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz um 2,1 Prozent auf 35,6 Milliarden Euro. Der Nettogewinn kletterte um 9,6 Prozent auf 2,08 Milliarden Euro, das Ergebnis je Aktie legte um 11 Prozent auf 3,70 Euro zu. Treiber war vor allem das Energielösungsgeschäft, das nach Konzernangaben eine dynamische Entwicklung zeigte.
Auch das Flughafengeschäft lief besser als befürchtet — trotz Belastungen durch den Nahost-Konflikt, gestiegene Kerosinpreise und Spannungen zwischen China und Japan, die an einigen Standorten spürbar waren. Viele andere Flughäfen im Portfolio verzeichneten weiterhin solide Passagierzahlen.
Schwächer entwickelte sich das Mautstraßengeschäft. Steigende Kraftstoffpreise im März und mehrere Hitzewellen seit Ende Mai drückten das Verkehrsaufkommen. Auch die Bausparte setzte weniger um. Der Konzern reagierte nach eigenen Angaben mit schnellen Kostenanpassungen in den betroffenen Bereichen.
Auftragsbuch auf Rekordniveau
Der Auftragseingang stieg um 8 Prozent auf 34,4 Milliarden Euro, der Auftragsbestand erreichte zum Ende des Halbjahres mit 76,8 Milliarden Euro einen Höchststand. RBC-Analyst Ruairi Cullinane sieht Vinci damit über die gesamte Bandbreite besser abschneiden als erwartet — die abgeschwächte Verkehrsprognose für das Konzessionsgeschäft sei zwar nicht erfreulich, aber auch keine Überraschung gewesen.
Der Vorstand bestätigte die Jahresziele: Umsatz, bereinigte Ergebnisse und Nettogewinn sollen 2026 weiter steigen, der freie Cashflow könnte bei bis zu 6 Milliarden Euro liegen. Der Aufsichtsrat beschloss zudem eine Zwischendividende von 1,10 Euro je Aktie, zahlbar am 15. Oktober 2026.
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