Übernahmespekulationen im Adipositas-Sektor haben die Aktie von Viking Therapeutics zuletzt deutlich angetrieben. Auslöser waren Aussagen des Novo-Nordisk-Managements auf einer wichtigen Branchenkonferenz sowie frische Studiendaten zum Wirkstoff VK2735. Die Kombination aus möglicher M&A-Fantasie und klinischem Fortschritt schiebt den Kurs an, bleibt aber mit klaren Risiken eines Biotech-Wertes in der Entwicklungsphase verbunden.
Novo Nordisk heizt Gespräche an
Den jüngsten Impuls lieferte die J.P. Morgan Healthcare Conference in San Francisco. Dort machte Novo-Nordisk-CEO Mike Doustdar unmissverständlich klar, dass der dänische Konzern aktiv nach Zukäufen im Bereich Adipositas-Medikamente sucht, nachdem man im vergangenen Jahr den US-Biotechwert Metsera in einem Bieterwettstreit über 10 Milliarden US-Dollar an Pfizer verloren hatte.
Die Botschaft: Novo Nordisk ist bereit, größere Akquisitionen zu stemmen, um das eigene Adipositas-Portfolio auszubauen. In einem Markt, der nach Analystenschätzungen bis Ende des Jahrzehnts ein jährliches Volumen von mehr als 150 Milliarden US-Dollar erreichen könnte, rücken kleinere GLP-1-Entwickler wie Viking damit stärker in den Fokus möglicher Übernahmen.
Lian bestätigt breites Interesse
Viking-CEO Brian Lian verstärkte diese Wahrnehmung auf derselben Konferenz. In seiner Präsentation sprach er von einem strategischen Interesse an Adipositas-Deals, das „breiter ist, als sichtbar“:
- Mehrere Pharmaunternehmen „bewegen sich in diesem Feld“
- Das Interesse beschränkt sich nicht auf die offensichtlichen Branchengrößen
- Viking zeigt sich offen für externes Interesse, hält sich aber auch die Option offen, den Weg eigenständig zu gehen
Klinische Daten und Pipeline-Fortschritt
Parallel zur M&A-Fantasie kommt die operative Entwicklung voran. Im Zentrum steht VK2735, ein dualer GLP-1/GIP-Rezeptoragonist von Viking.
Wesentliche Punkte:
- Phase-2-VENTURE-Daten: Am 12. Januar veröffentlichte Daten in der Fachzeitschrift Obesity zeigten eine Gewichtsreduktion von bis zu 14,7 % gegenüber dem Ausgangswert nach nur 13 Wochen Behandlung – ohne erkennbare Plateau-Bildung.
- Erhaltungsdosis-Studie: Die Rekrutierung für eine Phase-1-Erhaltungsdosis-Studie wurde abgeschlossen. Untersucht werden monatliche subkutane, wöchentliche orale und tägliche orale Dosierungsschemata.
- Phase-3-VANQUISH-Programm: Die zulassungsrelevanten VANQUISH-Studien schreiten voran, mit ersten Daten, die noch in diesem Jahr erwartet werden.
- Aufbau der Kommerzialisierung: Mit Neil Aubuchon als neuem Chief Commercial Officer holt sich das Unternehmen über 20 Jahre Erfahrung in der weltweiten Vermarktung ins Haus.
Diese Punkte stärken die Verhandlungsposition von Viking sowohl mit Blick auf eine mögliche Übernahme als auch für ein eigenständiges Vermarktungsszenario.
Kursentwicklung und Kennzahlen
Am Freitag schloss die Aktie bei 34,17 US-Dollar, ein Plus von 7,24 % gegenüber dem Vortag. Im 52-Wochen-Bereich bewegt sich der Titel zwischen 18,92 und 43,15 US-Dollar, was die typische Volatilität klinischer Biotech-Werte widerspiegelt.
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Das Unternehmen kommt derzeit auf eine Marktkapitalisierung von rund 3,86 Milliarden US-Dollar. Umsatz erzielt Viking noch nicht, der Gewinn je Aktie liegt auf Zwölfmonatsbasis bei -2,12 US-Dollar. Institutionelle Investoren halten etwa 76,03 % der Anteile; darunter finden sich jüngere Positionen von Norges Bank (rund 46,85 Millionen US-Dollar) und Jump Financial (etwa 12,2 Millionen US-Dollar).
Analysten bleiben zuversichtlich
Die Wall Street stuft die Aktie überwiegend positiv ein. Der Konsens lautet „Moderates Kaufrating“:
- 16 Analysten decken den Wert ab
- Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 87,14 US-Dollar
- Die Spanne der Kursziele reicht von 36 bis 125 US-Dollar
- Unter anderem Morgan Stanley, Canaccord Genuity und H.C. Wainwright haben ihre Ziele zuletzt angehoben
Damit unterstellen die Schätzungen weiterhin erhebliches Potenzial gegenüber dem aktuellen Kursniveau, knüpfen dies aber implizit an den erfolgreichen Fortgang der klinischen Entwicklung.
Insidertransaktionen im Januar
Zu Jahresbeginn sorgten gemeldete Insiderverkäufe für Aufmerksamkeit. CEO Brian Lian veräußerte 233.409 Aktien im Volumen von 7,69 Millionen US-Dollar, CFO Greg Zante 57.661 Aktien im Wert von 1,90 Millionen US-Dollar.
Die Transaktionen wurden als nicht-diskretionäre Verkäufe zur Begleichung von Steuerverpflichtungen im Zusammenhang mit der Übertragung von Restricted Stock Units deklariert, also nicht als freiwillige Gewinnmitnahmen. Der Insideranteil liegt derzeit bei 4,10 %, das Management bleibt damit weiterhin spürbar am Unternehmen beteiligt.
Adipositas-Markt: Konsolidierung beschleunigt sich
Der Wettbewerb um Adipositas-Therapien verschärft sich. Pfizers 10-Milliarden-Dollar-Kauf von Metsera und die erneute Deal-Bereitschaft von Novo Nordisk unterstreichen die strategische Bedeutung belastbarer GLP-1-Programme.
Für Viking sind zwei Entwicklungen zentral: die erwarteten Phase-3-Daten des VANQUISH-Programms noch in diesem Jahr und die parallele Arbeit an verschiedenen Formulierungen von VK2735. Beides zusammen macht den Wert zu einem wichtigen Beobachtungsobjekt für Marktteilnehmer, die auf die nächste Konsolidierungswelle im Markt für Adipositas-Therapien schauen und deren Dynamik maßgeblich von diesen klinischen Ergebnissen abhängen dürfte.
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