Vertiv hat im dritten Quartal fast alles übertroffen, was sich bei einem Rechenzentrumsausrüster messen lässt. Die organischen Aufträge liegen mehr als 100 Prozent über dem Vorjahr. Das Management hebt daraufhin die Jahresprognose in allen Kernkennzahlen an.
Umsatz und Marge wachsen gemeinsam
Der Umsatz stieg um 61 Prozent auf 4,31 Milliarden Dollar. Organisch wuchs das Geschäft um 55 Prozent, rund sechs Prozentpunkte steuerten Zukäufe bei. Getragen wurde das Plus von allen Regionen: Amerika legte um 75 Prozent zu, Asien-Pazifik um 50 Prozent, Europa, Nahost und Afrika um 23 Prozent.
Das bereinigte operative Ergebnis kletterte um 83 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Dollar. Die bereinigte operative Marge verbesserte sich um 290 Basispunkte auf 25,2 Prozent. Vertiv verweist auf Skaleneffekte bei höheren Verkäufen und auf Produktivitätsgewinne in der Fertigung. Ein ungünstigerer Produktmix und Wachstumsinvestitionen bremsten leicht.
Je Aktie verdiente Vertiv 1,95 Dollar nach GAAP, nach 1,02 Dollar im Vorjahr. Bereinigt waren es 2,21 Dollar, ein Plus von 78 Prozent.
Prognose steigt deutlich
Für das Gesamtjahr 2026 peilt Vertiv nun einen Umsatz von 14,45 bis 14,85 Milliarden Dollar an. Die Untergrenze liegt damit klar über früheren Erwartungen, die Spanne wurde um 650 Millionen Dollar nach oben verschoben. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll bei 7,10 bis 7,20 Dollar liegen.
Für das vierte Quartal erwartet das Unternehmen einen Umsatz zwischen 4,31 und 4,51 Milliarden Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll 2,22 bis 2,28 Dollar erreichen. Der freie Cashflow soll im Gesamtjahr zwischen 2,6 und 2,8 Milliarden Dollar landen.
Volle Bücher, hohe Bindung von Kapital
Auffällig ist die Bilanz. Die Vorräte haben sich seit Jahresende mehr als verdoppelt, die Forderungen stiegen kräftig. Ausgeglichen wird das durch Kundenanzahlungen: Die passivierten Vertragsverbindlichkeiten sprangen auf gut 4,1 Milliarden Dollar. Die Liquidität stieg auf 6,2 Milliarden Dollar, und Vertiv hält eine Nettoliquidität.
Konzernchef Giordano Albertazzi sprach vom „größten Infrastrukturausbau“, der sich noch beschleunige. Executive Chairman Dave Cote sieht eine „lange Startbahn“ voraus. Die Investitionen sollen 2026 bei rund vier Prozent des Umsatzes bleiben, um Kapazitäten für die gestiegene Nachfrage zu schaffen.
Die Telefonkonferenz zu den Zahlen fand heute um 11 Uhr Ostküstenzeit statt. Ihre Aussagen zum Auftragsbestand und zu den Kapazitäten dürften die Einordnung der angehobenen Ziele prägen.
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